Freiwilliges Soziales Jahr : Für wen lohnt sich das Freiwillige Jahr?

Ida Herrmann vollendet einen Thron für die Aufführung „Rumpelstilzchen“.
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Ida Herrmann vollendet einen Thron für die Aufführung „Rumpelstilzchen“.

Zahlreiche junge Menschen bereichern die Kultur des Landes und lernen fürs Leben – wir haben drei von ihnen bei ihrer täglichen Arbeit begleitet

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05. November 2014, 11:50 Uhr

Eine aufgeweckte junge Frau in beklecksten Arbeitshosen läuft über den Werkstatthof des Rostocker Volkstheaters und betritt einen der großen Malsäle. Hier wartet ein mannshoher Thron für das Theaterstück „Rumpelstilzchen“ auf seine Fertigstellung. Gekonnt setzt Ida Herrmann die letzten roten Pinselstriche. Präzision und Schnelligkeit sind das A und O bei ihrer Arbeit in der Theaterwerkstatt.

„Ich habe schon als Kind gerne gemalt und mich früh für die Berufe des Bühnenbildners und Theatermalers interessiert – durch das Freiwillige Soziale Jahr bekomme ich nun die Möglichkeit mich praktisch auszuprobieren“, verrät die 19-Jährige. Dass sie unter den ausschließlich männlichen Kollegen die einzige Frau ist, störe sie nicht, denn das Arbeitsklima am Rostocker Gerberbruch sei toll und man habe sie sofort voll integriert, verrät Ida Herrmann, die aus Dresden stammt.

Seit sie Anfang September ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begann, habe sie schon viel dazu gelernt. Eines ihrer ersten Projekte waren die Ausbesserungsarbeiten an der Kulisse der Mitspieloper „Untergang der Titanic“ im Rahmen des „Stapellaufs“ der neuen Theaterspielzeit. „Ich war bei der technischen Einrichtung des Bühnenbilds dabei und das ist wirklich etwas besonderes“, schwärmt die Wahl-Rostockerin. Inzwischen steht für Ida Herrmann fest, dass die Arbeit hinter den Kulissen genau das Richtige für sie ist. An das FSJ wird sich daher für sie ein Studium zur Theater-Malerin oder -Plastikerin anschließen – wo wisse die junge Frau allerdings bisher noch nicht.

Die Arbeit fern ab der Heimat war für die 19-Jährige zunächst auch mit Heimweh verbunden, doch inzwischen wachse der Freundeskreis stetig an – insbesondere auch durch den Kontakt zu den vielen anderen FSJlern in der Hansestadt.

Auch Kollegin Sarai Bieber ist neu in Rostock. Anders als Ida Herrmann zog es sie in die Kostümwerkstatt des Volkstheaters. Bereits im Alter von sechs Jahren stand die heute 18-Jährige auf der Bühne, so war ihr Weg zu einem gewissen Teil schon vorbestimmt. „Meine Tante ist Schauspielerin und Theaterpädagogin, meine Mama ist Tanzlehrerin – so kam ich früh mit dem Theater in Berührung“, erinnert sich Sarai Bieber. Zudem habe sie ihrer Mutter oft beim Nähen von Kostümen geholfen und dies faszinierte sie auch an der Anstellung in der Kostümwerkstatt.

Inzwischen könne sich die 18-Jährige sowohl ein Leben auf als auch hinter der Bühne gut vorstellen. „Das FSJ ist perfekt, um sich einen Überblick über die vielen Bereiche eines Theaters zu verschaffen – ob Schneider, Schauspieler oder Kostümbildner, hier kommt man mit allen ins Gespräch“, schwärmt Sarai Bieber und Kostüm-Assistentin Jana Maaser schwärmt über ihre junge Kollegin: „Sarai ist super motiviert und lernt schnell – eine bessere FSJlerin hätten wir uns gar nicht wünschen können.“ So kommt es auch, dass Sarai bereits in die Kostümbearbeitung und den Ankleidedienst während der Aufführungen eingeteilt wird.

Auch Rostock gefällt der Nordrhein-Westfälerin, die aus Rheda bei Bielefeld stammt, immer mehr. Inzwischen schließe sie daher ein Schauspielstudium an der hiesigen Hochschule für Musik und Theater nicht aus. „Natürlich habe ich auch ein wenig Angst vor der Zukunft. Wer weiß, ob ich später irgendwo Fuß fassen kann, aber ob nun Schauspiel, Kostümdesign oder Theaterpädagogik – ein Theaterjob wird mein Traum bleiben und ich hoffe, dass er wahr wird.“

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