Linke in Schwerin : Für kleinere Klassen in Berufsschulen

Auszubildende beim Unterricht in der Berufsschule
Foto:
1 von 2
Auszubildende beim Unterricht in der Berufsschule

Linke benennt nach Klausur strategische Ziele für 2018

svz.de von
06. Januar 2018, 05:00 Uhr

Nach ihrer zweitägigen Klausurtagung in Banzkow bei Schwerin geht die Landtagsfraktion der Linken mit klaren Zielen ins neue Jahr. Schwerpunkt dabei wird neben der Personalsituation im öffentlichen Dienst, über die wir bereits berichteten, vor allem die Berufsausbildung sein.

„Wir müssen endlich die katastrophale Situation an den Berufsschulen ändern“, betonte Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg gestern. Mit 24 bis 26 Schülern seien die Berufsschulklassen in Mecklenburg-Vorpommern so groß wie nirgends sonst. „Diese Klassengrößen stammen noch aus den 90er-Jahren, als es hierzulande dreimal so viele Berufsschüler gab“, erklärte die Linken-Politikerin. Inzwischen sei die Zahl aber unter 30 000 gerutscht. Man könne also gut und gerne kleinere Klassen bilden und so zugleich die Qualität der Ausbildung erhöhen. Doch nichts dergleichen passiere. Auch gegen den hohen Stundenausfall an den Berufsschulen habe die Landesregierung offenbar kein Rezept, so Oldenburg. Stattdessen nehme sie hin, dass jeder fünfte Auszubildende in Mecklenburg-Vorpommern seine Facharbeiterprüfung nicht besteht. „Das ist ein untragbarer Zustand“, rügte die Linken-Fraktionschefin auch mit Blick auf den Fachkräftemangel, der in immer mehr Branchen im Land spürbar wird.

Bessere Ausbildungsbedingungen soll es nach dem Willen der Linken auch für künftige Lehrer geben. Denn auch hier tut sich schon jetzt eine Personallücke auf. „Wir werden bereits in der nächsten Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag stellen“, kündigte Simone Oldenburg an. Darin gehe es unter anderem darum, den künftigen Lehrerinnen und Lehrern zu ermöglichen, tatsächlich innerhalb der Regelstudienzeit ihre Ausbildung abzuschließen. Außerdem sollen Lehramtsstudierenden nach dem Willen der Linken für Praktika und schulpraktische Übungen Fahrkostenzuschüsse gewährt werden.

Ebenfalls schon in der nächsten Sitzung des Parlaments soll auf Antrag der Linken das Thema kostenfreie Kita auf die Tagesordnung gesetzt werden. „Manuela Schwesig glaubt offenbar, wenn sie viermal die 50 Euro Elternentlastung ankündigt, dann glauben die Leute, dass sie um 200 Euro entlastet werden“, so Oldenburg. „Wiederholung von Versprechen bringt aber keine Kostenfreiheit, sondern nur Taten.“ Was das Land bisher an Elternentlastung gezahlt habe, würde nicht mehr als die Kostensteigerungen der letzten Jahre abfedern. „Und der Hort wurde noch gar nicht angefasst“, kritisierte sie.

Noch im Frühjahr will die Linke zudem einen Antrag in den Landtag einbringen, der dessen Arbeit transparenter machen soll. Zum einen sollen Parlamentsausschüsse künftig öffentlich tagen.

Anderseits sollen die Beratungen auch – analog zu den Sitzungen des Landtages – in einem Livestream im Internet übertragen werden. „Denn die Wenigsten haben nun einmal die Möglichkeit, nach Schwerin zu kommen“, so Oldenburg. Auch die Protokolle aller Ausschusssitzungen sollen nach Vorstellung der Linken öffentlich gemacht werden. „Die Regierung muss endlich zu abrechenbarer Politik gezwungen werden“, begründete die Fraktionsvorsitzende diesen Vorstoß – denn sie könne dann auch damit konfrontiert werden, was in den Ausschussitzungen be- und vor allem versprochen wurde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen