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Asylbewerber in MV : Für Flüchtlinge fehlen Unterkünfte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

5570 Asylbewerber leben in Mecklenburg-Vorpommern: Sieben neue Gemeinschaftsunterkünfte allein im vergangenen Jahr

Aufgrund der stetig steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland suchen die Kommunen auch in Mecklenburg-Vorpommern teilweise händeringend Unterkünfte. Wie das Schweriner Innenministerium mitteilte, bestehen im Land derzeit 22 Gemeinschaftsunterkünfte mit 3550 Plätzen. „Diese Gemeinschaftsunterkünfte sind fast vollständig belegt“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gegenüber unserer Redaktion. Außerdem leben im Land etwa 2000 Asylsuchende, die von den Kommunen dezentral in Wohnungen untergebracht sind.

Allein im vergangenen Jahr kamen sieben neue Asylheime hinzu, unter anderem in Güstrow. Gegenwärtig sind zwei weitere Unterkünfte geplant. Eine wird noch in diesem Monat in Stralsund und die andere voraussichtlich im April in Jördenstorf, (Landkreis Rostock) in Betrieb genommen.

„Auf Grund des hohen Zustroms von Flüchtlingen ist die Schaffung weiterer Unterkünfte dringend erforderlich“, sagte Innenminister Caffier. Derzeit leben 4720 Asylbewerber mit einem laufenden Verfahren und 850 ehemalige Asylbewerber mit Duldung in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind mehr als doppelt so viele Asylsuchende wie 2012.

Mit 730 Personen kommen die meisten von ihnen aus der Russischen Föderation – mehrheitlich als Folge des blutigen Tschetschenienkonflikts. 640 Antragsteller sind Syrer. Weitere 525 Menschen flohen aus der Ukraine nach Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen 450 schutzsuchende Afghanen.

Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter zunehmen. Etwa 4100 Erstanträge auf Asyl waren im vergangenen Jahr im Nordosten gestellt worden. „Für dieses Jahr rechnen wir noch einmal mit einer Zunahme auf 4700 Asylanträge“, sagte Caffier.

„Wir tragen aber nicht nur Verantwortung für die Flüchtlinge und Asylsuchenden, sondern auch für die Bürger vor Ort“, so der Innenminister weiter. Die Anwohner müssten in die Planungen eingebunden werden, damit Rechtsextremisten keine Chance bekommen, das Flüchtlingsthema für ausländerfeindliche Propaganda zu nutzen.

Finanzielle Einbußen haben die Kommunen durch die Zunahme allerdings kaum. Anders als in anderen Bundesländern übernimmt das Land sämtliche Kosten für Aufnahme, Unterbringung, Versorgung und Betreuung der Asylbewerber.

Auch das Land selbst hat Kapazitätsprobleme. Alle Asylbewerber kommen zuerst in die Aufnahmeeinrichtung des Landes Nostorf/Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim), um von dort in die Obhut der Kommunen verteilt zu werden. Eine zweite Aufnahmestelle soll Mitte des Jahres mit 400 Plätzen in Stern-Buchholz bei Schwerin entstehen. Der Plan wird vom Flüchtlingsrat MV unterstützt. „Die Lage ist gut, Schwerin mit seiner Infrastruktur ist gut erreichbar“, meinte die Vorsitzende des Flüchtlingsrates Ulrike Seemann-Katz.

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