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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 03:05 Uhr

Sterbehilfe : Für ein Recht auf letzte Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Prominente setzten sich für ärztlich assistierten Suizid und bessere Schmerzmedizin ein

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 20:00 Uhr

Sie kämpfen für Selbstbestimmung am Ende des Lebens und setzen für den Fall der Fälle auf den ärztlich assistierten Suizid. Der Vorstoß einer Prominenten-Initiative, unterstützt unter anderem von Liedermacher Konstantin Wecker, Schauspielerin Gudrun Landgrebe und Komiker Bernhard Hoëcker, heizt die Sterbehilfe-Debatte in Deutschland neu an. „Mein Ende gehört mir!“, heißt die Kampagne für „ein Recht auf letzte Hilfe“. Hinter der Forderung steht unter anderem die „Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben“. In der kommenden Woche wollen Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen einen Gesetzentwurf präsentieren, der ebenfalls auf das Modell des ärztlich assistierten Suizids abhebt und so Sterbehilfe-Tourismus in europäische Nachbarländer begrenzen soll.

Wieder einmal hat das Parlament das Wort in einer wichtigen medizin-ethischen Frage. Es geht um eine Gewissensentscheidung ohne Fraktionszwang. Ausgangspunkt der Debatte war im vergangenen Jahr die Forderung von Unionspolitikern nach einem Verbot organisierter Sterbehilfe-Angebote: Vereine und Organisationen, die den Tod sozusagen als Dienstleistung anbieten. Insbesondere Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) macht sich hier für ein strafrechtlich sanktioniertes Verbot stark. Doch auch das würde nichts daran ändern, dass sich Ärzte, die von Patienten um Beihilfe beim Suizid gebeten werden, rechtlich in einer Grauzone bewegen. Anders als Tötung auf Verlangen ist die Beihilfe zur Selbsttötung gesetzlich nicht verboten. Die Berufsordnungen der Ärztekammern untersagen den assistierten Suizid in einigen Teilen Deutschlands jedoch. Bei Verstößen drohen Medizinern harte Sanktionen bis hin zu Berufsverboten.

Die neue Prominenten-Initiative kämpft nicht nur für eine Absicherung des ärztlich assistierten Suizids, sondern auch für bessere Schmerzmedizin in Deutschland. Todkranke mit starken Schmerzen müssten besser versorgt werden, so eine weitere Forderung der Initiatoren. Während sich die Sterbehilfe-Debatte weiter zuspitzt, plant die Große Koalition jetzt ein Gesetz für einen flächendeckenden Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung.






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