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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 15:43 Uhr

Für 50 Euro angeln im ganzen Land

vom

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2010 | 06:48 Uhr

Schwerin | Der Landesanglerverband hat den Anglern nach den Worten seines Geschäftsführers Axel Pipping günstige Bedingungen für ihr Hobby geschaffen. Der Verband begeht heute sein 20-jähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung in Schwerin. Der Verband ist mit 43 000 Mitgliedern einer der größten Vereine im Land. "Aber wir haben auch mit Mitgliederschwund zu kämpfen", sagte Pipping.

Im Nordosten können Verbandsmitglieder für 70 bis 80 Euro einen Fischereischein erwerben. "Hier möchten wir, dass wir auch die Prüfungshoheit bekommen", forderte Pipping. "Dann wäre alles in einer Hand." Bislang nehmen die Kommunen die Prüfungen ab, manchmal erst lange nach dem Lehrgang. Für 13 Euro Jahresbeitrag und 39 Euro für die Jahresangelkarte könnten Mitglieder 25 000 Hektar Gewässerfläche zwischen Elbe und Randow nutzen.

Angeln eine Chance

Was vor 20 Jahren in Güstrow unter dem Motto "Dem Angeln eine Chance" seinen Anfang nahm, wurde eine Erfolgsgeschichte, wie heute der Präsident des Landesanglerverbandes (LAV), Karl-Heinz Brillowski, einschätzt. "Trotz gravierender Umbrüche, die das Angeln nicht mehr wie zu DDR-Zeiten von der Vereinsmitgliedschaft abhängig machten, haben wir bis heute in weit über 600 Vereinen fast die Hälfte der einstigen organisierten Angler der drei Nordbezirke halten können", hebt er hervor. "Daher war, ist und bleibt das Bemühen um eine positive Mitgliederentwicklung ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt bei uns", betont der Präsident.

Riesige Aufgabenfülle

Eine riesige Fülle von Aufgaben stand gerade in der turbulenten Anfangsphase für den neuen Dachverband an, wie Brillowski sich als einer der LAV-Gründungspioniere erinnert: "Da war die einschneidende Umstellung der Organisationsstrukturen auf die neuen Gegebenheiten zu bewerkstelligen und gleichzeitig ein möglichst freizügiges und sozialverträgliches Angeln unter anderem durch Sicherung des Gewässerfonds zu ermöglichen." Zudem galt es Hege und Pflege der Gewässer fortzusetzen und so einen entsprechenden Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

Auch die Umbildung der einstigen Ortsgruppen und Kreisfachausschüsse der Angler in Mecklenburg-Vorpommern in rechtsfähige gemeinnützige Vereine beziehungsweise Kreisverbände verlief - dank fachlicher Unterstützung vor allem der Landesverbände Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz vom westlichen Sportfischerverband (VDSF) - erfolgreich.

Eigene Wege des LAV

Brisant wurde es, als trotz heftiger Reaktionen in den anderen ostdeutschen Anglerverbänden, die bis zum Vorwurf des Verrats reichten, der LAV Mecklenburg-Vorpommern am 5. Januar 1991 eigene Wege ging und dem westlichen Dachverband des Sportfischerverbandes beitrat. Wesentlicher Grund für diesen seinerzeit heftig umstrittenen Schritt, war nach übereinstimmender Meinung von Zeitzeugen die mangelnde Unterstützung in der Umstrukturierungsphase seitens des im Osten automatisch weiter geführten Dachverbandes der ehemaligen DDR-Angler, DAV. Bis die rechtliche Trennung vom DAV endgültig vollzogen war, lief der LAV Mecklenburg-Vorpommerns bis zum 6. Oktober 1991 unter der Doppelmitgliedschaft.

Heute haben sich VDSF und DAV bundesweit angenähert und ausgesöhnt, womit es nur noch eine Frage der Zeit bis zur Vereinigung ist. Es gilt als sicher, dass bis Ende des zweiten Halbjahrs 2012 die bundesweite Vereinigung beider Verbände erfolgt. "Es sind mehr oder weniger nur noch Restfragen zu klären, in den Grundzügen ist man sich einig", berichtet der langjährige ehemalige LAV-Präsident Mecklenburg-Vorpommerns, Hans-Jürgen Hennig, als einer der Hauptverhandlungsführer.

Unter die vielfältigen Aufgaben über den Neuanfang hinaus fällt beim LAV auch die Mitwirkung an der Fischereigesetzgebung des Landes, um so die Interessen der Angler dauerhaft zu wahren. Dabei geht es auch um die Interessen der nicht organisierten Petrijünger im Land, deren Zahl die der 40 000 Vereinsmitglieder sogar noch übertrifft.

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