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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 16:07 Uhr

Tragödie : Fünfjähriger stirbt auf Gleisen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tragisches Unglück an Bahnübergang in Detershagen bei Kröpelin / Keine Ermittlungen gegen den Vater

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 19:00 Uhr

Das ist wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Vor den Augen des Vaters wurde an einem Bahnübergang in Detershagen bei Kröpelin (Landkreis Rostock) ein fünfjähriger Junge von einem Regionalzug überrollt. Der Notarzt konnte am Unfallort nur noch den Tod des Kindes feststellen. Das schreckliche Unglück ereignete sich am späten Dienstagabend gegen 22.15 Uhr.

„Der Vater, sein fünfjähriger Sohn und dessen älterer Bruder befanden sich mit Fahrrädern auf dem Heimweg“, schilderte gestern Polizeisprecherin Kristin Hartfil gegenüber unserer Redaktion den Unfallhergang. Als sie an den halbseitig beschrankten Bahnübergang ankamen, näherte sich ein Zug. „Während Vater und Bruder an der Schranke hielten, konnte der kleine Junge sein Fahrrad nicht zum Stehen bringen und rollte auf die Gleise“, berichtete die Polizeisprecherin. Die verzweifelten Warnrufe des Vaters konnten das Kind nicht mehr retten.

Die betroffene Familie stammt aus Kröpelin. Noch in der Nacht wurde sie vom Pastor der Stadtgemeinde seelsorgerisch betreut. „Gegen den Vater wird es nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine Ermittlungen geben“, sagte Sprecherin Hartfil. Er hätte das tragische Unglück nicht verhindern können. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht liege aus Sicht der Polizei nicht vor.

„Wir waren alle erschüttert, als uns die Nachricht erreichte“, sagte Burkhard Ahlert Sprecher der Deutschen Bahn. In der Regionalbahn, die den Jungen erfasste, waren keine Reisenden. Der Lokführer hatte eine Vollbremsung ausgelöst, doch der Zug kam zu spät zum Stehen. Der Mann und ein Kundenbetreuer erlitten durch den Unfall Schocks und sind weiterhin in stationärer Behandlung, so Ahlert. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die technischen Sicherungen am Bahnübergang ordnungsgemäß funktionierten und die Schranken geschlossen waren. „Alles entsprach den gesetzlichen Vorschriften“, meinte der Bahn-Sprecher.

Die Sicherheit an Bahnübergängen werde regelmäßig durch die Bahn überprüft. Bundespolizei und Bahn würden zudem für Kinder und Schüler Unterrichtsstunden anbieten, bei denen das richtige Verhalten an Gleisen und Bahnübergängen geübt wird, so Ahlert. Im Internet sind dazu Videos und Broschüren verfügbar.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Auskunft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur etwa 700 Bahnübergänge. Davon sind 320 mit einer Halbschranke gesichert. 270 Übergänge haben keine technische Sicherung und nur etwa 100 sind mit einer Vollschranke ausgerüstet.

Schwere Verkehrsunfälle an Bahnübergängen sind in Mecklenburg-Vorpommern selten. Den letzten tödlichen Unfall hatte es am 31. Dezember 2012 gegeben. Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Nahverkehrszug auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Granzin bei Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim war ein 62-jährige Beifahrer ums Leben gekommen. Seine 58-jährige Frau saß am Steuer und wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

 

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