zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 12:40 Uhr

Verkehr : Fünf Biker allein im Mai getötet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schreckliche Motorradunfälle in MV häufen sich - nicht nur am Pfingstwochenende.

von
erstellt am 27.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Horror am Pfingstwochenende: Mehrfach brach sich am Sonntag ein Motorradfahrer beide Beine, als er auf der L 10 zwischen Rostock und Wismar plötzlich die Kontrolle über sein Krad verlor und stürzte. Nur einen Tag zuvor war auf der B 195 bei Dömitz ein 54-jähriger Biker in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal gegen einen Geländewagen geprallt. „Er erlitt schwerste Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle“, sagte Polizeisprecherin Isabel Wenzel. Bei Neustrelitz wollte ein 50-Jähriger einem anfliegenden Greifvogel ausweichen und stürzte schwer.

Bei fünf schrecklichen Motorradunfällen wurden am vergangenen Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern vier Biker schwer verletzt und einer getötet. Die Pfingstfeiertage sind leider keine Ausnahme – allein im Monat Mai starben fünf Motorradfahrer auf den Straßen des Landes. Elf tödliche Bikerunfälle waren es insgesamt in diesem Jahr.

Während die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle tendenziell sinkt, stiegen die Zahlen der verletzten und getöteten Motorradfahrer in den vergangenen Jahren an. Verunglückten laut Innenministerium 2013 noch 518 Biker im Land, davon 11 tödlich, waren es im vergangen Jahr 592 Verunglückte, von ihnen starben 18.

„Riskantes Fahrverhalten in Kurven und überhöhte Geschwindigkeit sind oftmals Ursachen für die entstandenen Motorradunfälle“, sagte Michael Teich, Sprecher im Innenministerium. ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino vermisst vor allem „ein Bewusstsein dafür, dass man auf zwei Rädern einem besonderen Risiko ausgesetzt ist“. Oft fehle aber einfach die Routine: „Bei vielen ist keine kontinuierliche Fahrpraxis vorhanden“, sagte der Experte. „Man ist jedes Jahr wieder ein Stück weit Fahranfänger.“

Laut ADAC-Unfallforschung war an nahezu jedem Dritten Motorradunfall bundesweit kein zweites Fahrzeug beteiligt. Einer Feldstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge passieren diese Unfälle oft mit besonders starken Maschinen und jungen Fahrern. Die am zweithäufigsten Betroffenen: Die Älteren, deren Führerscheinprüfung lange zurück liegt und die selten fahren.

Um das Unfallrisiko zu senken, sieht das Institut für Zweiradsicherheit in Essen deshalb vor allem die Biker selbst in der Pflicht: „Vorausschauendes Fahren wird auch in Zukunft für Motorrad- wie für Rollerfahrer der wichtigste Schutz bleiben“, sagte Matthias Haasper, Sprecher des Instituts. Verbesserungspotenzial hätten aber auch die Fahrschulen. „So belegt unsere Studie beispielsweise, dass bei einem Viertel der befragten Studienteilnehmer der gesetzlich geforderte theoretische Zusatzunterricht für die Zweiradklasse A nicht stattgefunden hat“, berichtete er gegenüber unserer Redaktion.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen