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Beschwerden gegen Bundeswehr : Frust über Flugmanöver

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Übungsflüge der Bundeswehr nerven Anwohner. Über 600 Beschwerden aus MV

Der Lärm von Kampfjets kann ohrenbetäubend sein – vor allem Tief- und Überschallflüge strapazieren die Nerven der betroffenen Einwohner. Über den Krach von Militärjets haben sich in den vergangenen Jahren auch hunderte Einwohner aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Bundeswehr beklagt: Bei der Flugbetriebs- und Informationszentrale des Luftfahrtamtes der Bundeswehr (FLIZ) gingen in den vergangenen drei Jahren insgesamt 646 Beschwerden über Fluglärm im Luftraum von MV ein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Die meisten Klagen über Lärmbelastungen hagelte es demnach 2014, als 264 Beschwerden bei der FLIZ eingingen. Über dem größten Teil Mecklenburg-Vorpommerns war in dem Jahr eine Sonderflugzone eingerichtet worden. „Das hat zu einer zunehmenden Belastung bestimmter Gebiete durch militärische Überflüge geführt“, erklärt die Linken-Angeordnete Kirsten Tackmann. Ein Jahr später sank die Zahl der Beschwerden wegen Lärmbelästigung dann auf 189 ab – für 2016 verzeichnete die Informationszentrale einen leichten Anstieg auf 195 Beanstandungen.

Am häufigsten beschweren sich Einwohner nach Einschätzung von Luftwaffen-Oberstleutnant Matthias Ackermann über Fluglärm, wenn die Kampfpiloten ihre Jagdflieger auf über 1000 Kilometer pro Stunde beschleunigen und die Schallmauer durchbrechen. „Dann gibt es einen richtig lauten Knall wie ein Donnerschlag“, erklärt der Pressesprecher vom Taktischen Luftwaffengeschwader „Steinhoff“ in Laage.

Die Einwohner im Umkreis des Fliegerhorstes müssen einiges aushalten – rund 3500 Flüge absolvieren die Eurofighter des Jagdgeschwaders jährlich. Die Zahl der Beschwerden sei in den vergangenen Jahren aber zurückgegangen, erklärt Ackermann. Um die Nerven der Anwohner zu schonen, würden Überschallflüge beispielsweise über dünn besiedeltes Gebiet oder auch über die Ostsee durchgeführt. Von Mitte April bis Mitte September fänden keine Nachtflüge statt. Es werde auch Rücksicht auf Beerdigungen genommen und der Flugbetrieb in den Sommerferien reduziert.

Beschwerden wird es dennoch wohl weiterhin geben. „Ein Flugzeug ohne Krach gibt es nun mal nicht“, sagt der Oberstleutnant.

Immerhin in den kommenden Wochen geht es auf dem Fliegerhorst in Laage aber deutlich ruhiger zu. Bis Mitte Mai werden dort keine Eurofighter starten oder landen. Da die Startbahn des Fliegerhorstes komplett saniert wird, wurden die 23 Maschinen des Geschwaders nach Holzdorf verlegt. Die Nerven der Anwohner bekommen eine Ruhepause.

Jagdgeschawder „Steinhoff“: 3500 Flüge im Jahr

Die Hauptaufgabe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Laage ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Es war der erste Luftwaffenverband, der 2004 mit dem Eurofighter ausgerüstet wurde. Für die Ausbildung der Piloten stehen auch drei hochmoderne Flugsimulatoren zur
Verfügung.

Bei Bedarf übernehmen die Eurofighter-Besatzungen in Laage auch die Sicherung des deutschen Luftraumes. Binnen kürzester Zeit kann von dem Fliegerhorst eine sogenannte Alarmrotte aufsteigen.

Derzeit sind auf dem Fliegerhorst 23 Eurofighter stationiert, die jährlich rund 3500 Flüge absolvieren. Der Luftraum in Mecklenburg-Vorpommern wird aber auch von Geschwadern aus anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein oder Niedersachsen für Übungsflüge genutzt.

 

 

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erstellt am 12.Apr.2017 | 06:25 Uhr

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