2011 über 200 Fälle registriert : Frühwarnsystem gegen Metall-Diebe

Für zwei professionelle Kupferdiebe war im Fährhafen Sassnitz-Mukran Endstation. Als die beiden Männer Ende vergangener Woche versuchten, rund 500 Kilogramm Kupfer abzutransportieren, klickten die Handschellen.

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16. Juli 2012, 10:59 Uhr

Für zwei professionelle Kupferdiebe war im Fährhafen Sassnitz-Mukran Endstation. Als die beiden Männer im Alter von 30 und 41 Jahren Ende vergangener Woche versuchten, rund 500 Kilogramm Kupfer abzutransportieren, die sie aus abgestellten Lokomotiven im Fährkomplex gestohlen hatten, klickten die Handschellen. Die Polizei war den Mitgliedern einer bereits bekannten Diebesbande durch Überwachungsmaßnahmen auf dem Gelände des Fährhafens auf die Spur gekommen. Dort waren zuvor mehrere Züge der Deutschen Bahn durch Buntmetalldiebe regelrecht demontiert worden. Die Kriminalitätsstatistik von Bahn und Polizei scheint von Meldungen wie dieser gut gefüllt. Allein 2011 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 203 Fälle von Metalldiebstahl registriert.

Im Jahr zuvor waren es 165. „Das fängt bei den Schrauben an“ und ende bei Kabeln und Altschienen, berichtete eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Dabei ist der Nordosten mitnichten vorrangiges Ziel der „Metallverwerter“, denn die Schadenshöhe aus derartigen Delikten belief sich im vergangenen Jahr bundesweit auf etwa 20 Millionen Euro und war damit fast doppelt so hoch wie 2010.
Um den Dieben wie im Fall Mukran das Handwerk zu legen, haben sich Deutsche Bahn, Telekom, der Energieversorger RWE und der Verband Deutscher Metallhändler zusammengefunden und eine Sicherheitspartnerschaft gegründet. Kernstück ist ein elektronisches Frühwarnsystem. Die Partner wollen sich die Informationen zu Metalldiebstählen gegenseitig zur Verfügung stellen. „Dadurch soll der Absatz des Gestohlenen erschwert werden“, erklärte die Sprecherin der Bahn. Zudem soll eine künstliche DNA-Markierung die Langfinger abschrecken. Dabei werden die Kabel an den Gleisen markiert. Auf diese Weise ließen sich die Metallteile als Eigentum der Bahn identifizieren. Der Weiterverkauf soll so unmöglich gemacht werden. Die Deutsche Bahn appelliert in diesem Zusammenhang an Schrotthändler, ihnen angebotenes Buntmetall mit ultraviolettem Licht auf eventuell vorhandene Markierungen zu prüfen.

In Berlin und in der Umgebung habe sich das bereits bewährt, berichtete die Sprecherin. Die Diebstähle seien zurückgegangen.
Die Bundespolizei habe im vergangenen Jahr 500 Täter fassen können, doch der Imageschaden für die Deutsche Bahn bleibe. Bundesweit waren 11 000 Züge betroffen, die Bahn gehe von 150 000 Verspätungsminuten aus. Um die 1444 Kilometer Streckennetz in Mecklenburg-Vorpommern zu schützen, arbeitet die Bahn auch hier zulande eng mit der Polizei zusammen.

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