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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 17:31 Uhr

Kind missbraucht : Frührentner vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im April 2012 hatte eine Achtjährige aus Wismar keine Lust mehr, von ihren Eltern bei einem befreundeten „Onkel“ abgegeben zu werden, wenn wieder einmal eine Aufsicht für die Kleine benötigt wurde. Sie lief davon und wurde an der Umgehungsstraße im Westen der Stadt von der Polizei aufgegriffen. Per Anhalter wollte sie das Weite suchen. Beim Kindernotdienst schilderte sie recht detailliert, warum sie nicht mehr zu diesem Mann wollte.

Ab heute muss sich der 57-Jährige deshalb vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch des ihm anvertrauten Kindes vor. Seit 2009 bereits soll der Frührentner sich mindestens 67- Mal an der Kleinen vergriffen haben.

Wenn die Eltern keine Zeit hatten oder auch nur Zeit für sich haben wollten, schickten sie ihre Tochter zu dem Bekannten. Mehrmals übernachtete sie auch bei ihm. Als er sich das erste Mal an ihr vergriffen haben soll, war sie gerade sechs Jahre alt. Angeblich hatte sich das Mädchen irgendwann ihrer Mutter anvertraut. Die aber wollte nicht glauben, was ihre Tochter über den Bekannten zu berichten wusste – und schickte das Mädchen wieder zu ihm.

Der Angeklagte hat sich zu den Vorwürfen vor Prozessbeginn nicht geäußert. Von der Untersuchungshaft blieb er verschont. Er hat einen festen Wohnsitz und ist nicht vorbestraft. Vor Gericht wird das Mädchen wohl nicht aussagen müssen. Ihre Aussagen bei der Polizei sind von einer Psychologin überprüft worden. Sie gelten als glaubwürdig.

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