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Ostseefischerei : Früher Start der Heringssaison

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ostseehering galt 2014 wegen des fehlenden MSC-Siegels als in Deutschland schwer vermarktbar – nun soll sich das ändern.

Der milde Winter ohne Eis hat den Ostseefischern einen frühen Start in die Heringssaison beschert. Im EuroBalticFischwerk in Sassnitz werden täglich zwischen 70 bis 100 Tonnen Ostseehering angelandet, sagte Werksleiter Andreas Berthold gestern. Der Hering, der derzeit von Schleppnetzfischern aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vor allem nördlich von Rügen gefangen wird, sei von sehr guter Qualität. Er habe einen hohen Fettgehalt und eine gleichmäßige Größe.

Seit Beginn der Saison am 6. Januar wurden bereits mehr als 700 bis 800 Tonnen beim Fischwerk der niederländischen Parlevliet & van der Plas-Gruppe abgeliefert. Die Anlandemengen hätten sich von Tag zu Tag erhöht und sich auf das Niveau von 100 Tonnen eingepegelt.

Die Preise orientieren sich in diesem Jahr bislang am Vorjahresniveau. Ostseehering galt 2014 wegen des fehlenden MSC-Siegels als in Deutschland nicht vermarktbar. Deshalb waren die Preise entsprechend niedrig. Kutterfischer aus Mecklenburg-Vorpommern wie auch das Fischwerk hoffen, dass im Frühjahr die Zertifizierung für das Werk abgeschlossen ist. Dann sollen die Preise für zertifizierten Hering auf Marktniveau angehoben werden, sagte Berthold. Dies gelte rückwirkend für sechs Monate – also dann auch für Hering, der derzeit in Sassnitz verarbeitet wird.

Die Stellnetzfischerei ist trotz der milden Temperaturen noch nicht aktiv. Stellnetzfischer – wie in der vorpommerschen Fischereigenossenschaft Freest – warten, bis der Hering länger in den Küstengewässern steht und der Rogen reif ist. Für diesen Hering lassen sich höhere Preise erzielen, sagte der Chef der Fischereigenossenschaft, Michael Schütt. Er rechnet mit einem Start der Fangsaison im März.

Nach schwierigen Jahren mit extremen Quotenkürzungen dürfen die Fischer in Deutschland 2015 in der westlichen Ostsee 12 Prozent mehr Hering fangen. Diese Quotenerhöhung führt die Kutter- und Küstenfischerei des Landes in etwa auf das Niveau des Jahres 2010 zurück und entspricht der halben Grundquote von 2008. Das EuroBaltic-Fischwerk ist einer der europaweit größten Heringsverarbeiter und -vermarkter. Rund 50 000 bis 60 000 Tonnen Hering aus der Nord- und Ostsee werden in dem Werk auf Rügen jährlich zu Filets und Marinadeprodukten veredelt.

 

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