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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 14:24 Uhr

„Froh, kein Auto mehr zu haben"

vom

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erstellt am 02.Jan.2012 | 07:59 Uhr

Rostock | Seit Jahren hat Christian Blauel kein eigenes Auto mehr. "Alle regelmäßigen Zeitaufwendungen für ein Auto wie Waschen, zur Inspektion bringen, Tanken sind mir eine Belastung - ich bin froh, dass ich kein Auto mehr habe", freut sich der Rostocker Architekt. Privat fährt er gerne mit dem Fahrrad. Wenn er unbedingt ein Auto braucht, nimmt er CarSharing in Anspruch. Beruflich nutzt sein Architekturbüro mit fünf Mitarbeitern CarSharing für alle Termine außerhalb von Rostock, die nicht mit dem Zug erreichbar sind.

"Jeder Mitarbeiter ist bei der CarSharingfirma als Fahrer angemeldet. Damit haben wir je nach Bedarf Zugriff auf einen PKW - auch zwei parallele Termine außerhalb von Rostock stellen kein Problem dar", sagt der Rostocker. "Wir erhalten Einzelabrechnungen und können die Fahrten damit den einzelnen Projekten zuordnen. Die Abrechnungen sind ein übersichtlicher Nachweis der angefallenen Nebenkosten für die Abrechnung mit unseren Auftraggebern." Auch ökonomisch rechnet es sich für den Selbstständigen. "Bis zu einer Jahreskilometerleistung von rund 20 000 Kilometern ist es die günstigste Lösung - erst dann würde sich ein Firmenwagen rechnen", unterstreicht der Rostocker. Auch steuerlich lassen sich die Kosten absetzen: "Da kommen pro Jahr gut und gerne schon mal 2500 Euro an Einsparungen zusammen", sagt der Geschäftsführer von Greenwheels Deutschland, das in Rostock vertreten ist, Birger Holm. "Ich habe immer ein sauberes, betanktes Auto, das technisch tip-top in Ordnung ist", findet Blauel. Zudem freut er sich über die Vorteile, dass er sich um nichts weiter zu kümmern braucht und immer einen reservierten Parkplatz hat - auch in der Innenstadt. Je nach der anstehenden Fahrt sucht er sich den Fahrzeugtyp passend zur anstehenden Fahrt aus.

In der Rostocker Innenstadt ist das Netz der Autostandorte mit fünf Standorten (Margarethenplatz, Leonhardstraße, Majakowskistraße, Stephanstraße, Rathaus) gut. Aus Sicht von Greenwheels läuft der Rostocker Standort befriedigend und befindet sich im Stationsvergleich im Mittelfeld, so der Geschäftsführer von Greenwheels, das aus der Vorläuferfirma stattauto hervorgegangen ist. In Rostock zählt Greenwheels rund 120 Kunden und hat im Schnitt rund 100 Fahrten im Monat zu verzeichnen. Mit 270 Fahrzeugen und 250 Fahrzeug-Stationen in 25 Städten ist Greenwheels einer der großen CarSharing-Anbieter Deutschlands (u.a. Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Nürnberg). Im Mutterland von Greenwheels, den Niederlanden, ist das Unternehmen mit 1.200 Fahrzeugen in 80 Städten mit großem Abstand Marktführer. Greenwheels ist in M-V ausschließlich in Rostock tätig.

In anderen Städten des Landes bietet die Deutsche Bahn für Kunden Carsharingangebote unter dem Namen Flinkster an. Dieses Angebot gibt es in über 140 Städten und deutschlandweit mit mehr als 800 Stationen. Der Rostocker Blauel jedenfalls ist ziemlich zufrieden mit dem CarSharing, wünscht sich aber noch mehr Standorte bundesweit.

CarSharing wirbt damit, dass man nur das bezahlt, wenn das Auto wirklich gebraucht wird. Die Kosten fangen zum Beispiel bei Greenwheels bei einem Euro pro Stunde (Nachttarif) und 11 Cent pro Kilometer pro Kilometer (exkl. Kraftstoff)an. Als ÖPNV-Abokunde (plus Semester-Ticket) zahlt man nur die halbe Kaution (100 Euro) und bekommt den Monatsbeitrag (ab 5 Euro) mit angefallenen monatlichen Kilometerumsätzen verrechnet. Der Bahnanbieter Flinkster bietet einen Stundenpreis in der Zeit von 22 bis 8 Uhr von 1,50 Euro an, tagsüber von 2,30 Euro. Als Verbrauchspauschale (Strom/Kraftstoff) werden 17 Cent pro Kilometer berechnet.

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