Air Berlin : Frist abgelaufen: Pang reicht Gebot nach

Will Air Berlin kaufen:  Jonathan Pang
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Will Air Berlin kaufen: Jonathan Pang

Parchims Flughafenbetreiber hält an Angebot für Air Berlin fest

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18. September 2017, 20:55 Uhr

Im Ringen um die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gibt es für Parchims Flughafen-Investor Jonathan Pang keine Grenzen: Trotz Ablauf der Bieterfrist am vergangenen Freitag wolle er in dieser Woche noch ein Kaufangebot abgeben, erklärte der von Pang beauftragte Rechtsanwalt Helmut Naujoks gestern gegenüber unserer Redaktion. Bis zur Sitzung des Gläubigerausschusses solle trotz der verstrichenen Angebotsfrist ein entsprechendes Gebot eingereicht werden. Nähere Angaben machte er nicht. Vergangene Woche hieß es, Pang plane die Basis von Air Berlin nach Parchim zu verlegen. Am Freitag war Pang allerdings mit einem Antrag auf Fristverlängerung bis zum 22. September gescheitert. Es dauere längere Zeit, die Vertragsunterlagen ins Chinesische zu übersetzen, hatte Naujoks den Antrag begründet. Air Berlin ließ sich darauf aber nicht ein. „Es gelten für alle die gleichen Regeln“, hatte ein Sprecher erklärt. Die Investorenentscheidung soll am 25. September bekannt gegeben werden.

Pangs Angebot werden indes in der Branche kaum Chancen eingeräumt. Schon bei der Übernahme des Parchimer Flughafens vor zehn Jahren blieb er lange Zeit den vereinbarten Kaufpreis von 30 Millionen Euro schuldig. Nach Verhandlungen hatte der Landkreis Pang 12,75 Millionen Euro erlassen. Auch für den Rest musste er kaum eigenes Geld in die Hand nehmen. Für die erste Rate des Kaufpreises verkaufte Pang seinerzeit mit einem umstrittenen Grundstücksgeschäft 53 Hektar des noch zu übernehmenden Flughafenareals an den Industrieimmobilienentwickler Goodman. Ein weiteres großes Problem: Zum Weiterbetrieb der seit langem mit Verlusten fliegenden Airline müsste ein Investor dem Unternehmen sofort mit frischem Geld zur Seite stehen.  

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