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32-Jährige tot aufgefunden : Freund führt Polizei zur Leiche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker vertraut sich in der Untersuchnungshaft seiner Anwältin an – Verbrechen an 32-jähriger Frau aufgeklärt

Es war eine Beziehung, die ihr zum Verhängnis wurde. Die 32-jährige Ramona K., deren Leiche am Dienstag in einem kleinen Waldstück zwischen Lichtenhagen und Warnemünde aufgefunden wurde, war aller Wahrscheinlichkeit nach von ihrem Lebensgefährten André H. getötet worden. Der Arbeitslose selbst hatte die Polizei zu der Stelle geführt, an der er sie verscharrt hatte.

Bei dem 35-Jährigen handelt es sich um den Mann, der am 20. März eine geistig behinderte 29-jährige Frau vergewaltigt haben soll. Am 22. März kam er dafür in Untersuchungshaft nach Waldeck.

Am Dienstag dieser Woche meldete sich seine Anwältin bei der Polizei. Ihr Mandant wolle Auskunft zu einer Freiheitsberaubung geben, berichtete der Leiter des Fachkommissariats 1 der Rostocker Kripo, Peter Ernst. André H. sagte zunächst aus, er habe seine Lebensgefährtin mit ausreichend Nahrung in einem Keller eingesperrt.

Die Polizei fuhr los – mit dem Untersuchungshäftling. „Im Auto änderte er seine Aussage“, so Ernst. Er habe erklärt, seine Freundin am 5. Februar getötet zu haben und führte die Polizei zu dem Waldstück östlich der Stadtautobahn. Dort fanden die Beamten eine weibliche Leiche.

Wie die Frau tatsächlich umkam, müsse aber noch geklärt werden. Zwischenzeitig habe der 35-Jährige während der Fahrt auch von einem Unfall gesprochen.

Während der Mann wegen der Vergewaltigung an der geistig behinderten Frau in Haft saß, war seine Lebensgefährtin längere Zeit nicht gesehen worden. Allerdings sei es für sie typisch, einfach für eine Weile zu verschwinden. Da aber eine mögliche Selbstgefährdung im Raum stand, so Peter Mainka, Leiter der Rostocker Kripo, ging die Polizei in ihre Wohnung – mit ihrer Schwester. Die Beamten konnten nichts Besonderes feststellen. Sie empfahlen der Schwester, eine Vermisstenanzeige aufzugeben.

Von 2002 bis 2009 war André H. wegen mehreren Eigentumsdelikten im Maßregelvollzug. Eine schwer zu behandelnde Persönlichkeitsstörung hatte die lange Dauer bedingt. Allerdings hatte er sehr positiv auf die Behandlung reagiert und war nicht mehr auffällig geworden, so Oberstaatsanwalt Andrés Ritter. Bis Anfang des Jahres. Ritter: „Wir stehen selbst vor der Frage, wie konnte es dazu kommen.“

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