Freud und Leid zu Weihnachten

Sie packten gestern  mit an und helfen dem Schweriner Verein Die Tafel in Gadebusch: Sandra Montag und Sylvia Stolte (r.). Michael Schmidt
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Sie packten gestern mit an und helfen dem Schweriner Verein Die Tafel in Gadebusch: Sandra Montag und Sylvia Stolte (r.). Michael Schmidt

Für 100 Menschen war bereits gestern Nachmittag Bescherung. Sie erhielten in Gadebusch Geschenke, die Schüler, Lehrer und Firmen für Die Tafel sponserten. Somit können auch Eltern, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, heute Abend ihren Kindern Spielzeug unter den Tannenbaum legen. Es gibt aber auch eine Familie, für die Weihnachten nach einem Hausbrand ausfällt.

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23. Dezember 2008, 04:56 Uhr

Gadebusch/Malzow | Die Freude ist groß. Bei der Schweriner Tafel in Gadebusch erhielten bedürftige Familien gestern nicht nur kostenlose Lebensmittel, sondern auch Weihnachtspäckchen. Inhalt: Spielzeug, Bücher, Weihnachtsmänner aus Schokolade, Duschbad sowie weitere Dinge des täglichen Bedarfs.

Schüler schnürten 140 PäckchenSchüler, Eltern und Lehrer der Heinrich-Heine-Schule schnürten die 140 Päcken, damit Menschen in der Weihnachtszeit nicht leer ausgehen. "Die vielen Spender haben ein großes Herz bewiesen", sagt Karin Kluge. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des Vereines Die Tafel. Diese Organisation betreibt seit Jahren eine Außenstelle in Gadebusch. Dort werden Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln versorgt, darunter Obst und Gemüse, Brot sowie Milch und Fleisch.

Nach Angaben von Kluge hatten sich nach Bekanntwerden Schüler-Aktion auch Unternehmen wie der Hagebaumarkt, Kloppenburg oder die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest angeschlossen. "Ich kann immer wieder nur Danke sagen für so viel Unterstützung", so Karin Kluge.

Weihnachtstimmung will bei einer Großfamilie in Malzow bei Schönberg derweil nicht aufkommen. Denn die Haugks haben nach einem Hausbrand im Juni fast alles verloren - versichert waren sie nicht.

Das Feuer zerstörte nicht nur das Haus, es trennte auch die zehnköpfige Familie. Tochter Annika lebt mit ihrem Freund und den drei Kindern in Schönberg. Bei Verwandten ist sie untergekommen. Ihr ältester Bruder hat vorerst eine Bleibe bei ihrem anderen Bruder in Sülsdorf gefunden.

Besonders schwer haben es die EnkelkinderBesonders schlimm ist es für die Enkelkinder von Ingrid Haugk. Sie haben so gut wie nichts mehr zum Spielen. Jasmin (5) will ihre Puppe gerne wieder haben. Justin (2) wünscht sich seine Feuerwehr zurück. Und Julia (8) möchte so gerne ihren "Pherbie" wieder haben, den sie wie ein Tier füttern konnte. All das fiel den Flammen zum Opfer.

Der Wunsch von Ingrid Haugk ist noch schwerer zu erfüllen. Sie möchte nichts sehnlicher, als in ihr Haus zurück. Nach Feiern ist der Großfamilie nicht zumute. "Für uns gibt es in diesem Jahr kein Weihnachten", sagt Ingrid Haugk mit gesenktem Kopf. Die Tage sollen genutzt werden, um das Dach mit Folie dicht zu bekommen. Denn zumindest der Dachstuhl ist inzwischen gerichtet.

Licht in den grauen Alltag der Haugs bringen 20 Kerzen. Sie stehen auf einem Tisch einer Garage, die den Haugs als Wohnraum dient.

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