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Mecklenburg Vorpommern : Freiwillig sozial arbeiten

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Interesse bei Jugendlichen in MV steigt / Manch einer findet dabei seine wahre Berufung

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erstellt am 31.Aug.2014 | 21:15 Uhr

Immer mehr junge Leute nehmen sich nach dem Schulabschluss eine Auszeit vom trockenen Büffeln am Schreibtisch. Vor der Hoch- oder Berufsschule gehen viele erst einmal in die Praxis. Vor allem die Arbeit mit älteren oder jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) trägt oftmals dazu bei, Berufswünsche zu überdenken und seine eigentliche Bestimmung zu finden, wie freie Träger des FSJ meinen. Das neue FSJ-Jahr startet heute.

In Mecklenburg-Vorpommern gehe die Zahl der Teilnehmer am FSJ stetig nach oben, teilte das Sozialministerium mit. Gearbeitet werde meist in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Jugendarbeit, erklärte ein Sprecher. Das Land fördere die FSJ-Plätze aus dem europäischen Sozialfonds.

Die Idee zum FSJ hatte vor 60 Jahren die evangelische Kirche. Sie rief 1954 junge Leute dazu auf, sich ein Jahr lang im Diakonischen Werk für Kranke und Pflegebedürftige zu engagieren. Vor 50 Jahren wurde das Gesetz über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Bundestag verabschiedet.

Bundesweit leisten pro Jahr rund 100 000 Männer und Frauen einen Bundesfreiwilligendienst (BFD), ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder einen Freiwilligendienst im Ausland. Bei der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern könnten sich jedes Jahr 135 FSJ-ler zwischen 16 und 26 Jahren in ganz verschiedenen Einsatzstellen ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln, hieß es. Dazu zählten pädagogische, pflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten. In jedem Falle werde der Einsatz den Wünschen und Interessen der Freiwilligen angepasst, betonte Katrin Mirgeler, zuständig für die Freiwilligendienste bei der Diakonie in Schwerin. Für das am 1. September beginnende neue FSJ gebe es noch vereinzelt freie Plätze, erklärte sie. Die Arbeitszeit betrage 40 Stunden in der Woche. Es gebe 26 Tage Urlaub sowie 25 Seminartage. Gezahlt würden Taschen-, Fahr- und Verpflegungsgeld, dazu Renten- und Sozialversicherungsbeiträge. Ansprüche auf Kindergeld und Waisenrente blieben bestehen.

Einer der größten Arbeitgeber für Freiwillige im Nordosten ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Jedes Jahr gibt es rund 225 Plätze zu besetzen, pro Stelle würden sich im Schnitt zwei Bewerber melden, wie Tim Gehrmann vom DRK mitteilte. So sei es nicht schwer, die meisten Plätze zu besetzen, Probleme gebe es allenfalls auf dem Lande.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat zum Start ins neue FSJ-Jahr beinahe alle seiner 44 Plätze belegt. Auf jede Stelle seien etwa drei Bewerber gekommen, sagte Referentin Jutta Plötz. Zwar gingen die Bewerberzahlen demografiebedingt zurück. Doch viele Jugendliche wollten das soziale Jahr als Berufsorientierung nicht missen und würden sich daher jeweils für mehrere Angebote ganz gezielt bewerben.

 

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