FSJ in MV sehr gefragt : Freiwillig im Dienst der Gesellschaft

Pädagogische, pflegerische und hauswirtschaftliche Dienste werden im Freiwilligen Sozialen Jahr  geleistet.
Pädagogische, pflegerische und hauswirtschaftliche Dienste werden im Freiwilligen Sozialen Jahr geleistet.

Junge Menschen helfen Kindern, Rentnern oder Kranken – FSJ auch nach 25 Jahren in MV gefragt

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31. August 2015, 21:00 Uhr

Sozialdienst statt Ausbildungsstart oder Studium: Mehrere hundert junge Leute beginnen heute wieder in Mecklenburg-Vorpommern ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Das Interesse ist ungebrochen, wie eine Umfrage unter der Trägerverbänden ergab. Viele Schulabgänger nutzten das Jahr, um sich beruflich und persönlich zu orientieren, sagte Martin Scriba vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern, einem der FSJ-Träger. In diesem Jahr fingen bei der Diakonie 235 Freiwillige an. Die jungen Menschen helfen vor allem in Kindertagesstätten, Einrichtungen der Jugendarbeit, Schulen, Pflegestationen, Kirchengemeinden oder in der Behindertenhilfe.

Diakoniepastor Scriba unterstützt Überlegungen, durch Schaffung zusätzlicher Stellen etwa im Bundesfreiwilligendienst die soziale Begleitung von Flüchtlingen zu verbessern. „Freiwillige müssen in Zukunft in möglichst vielen Einsatzfeldern aktiv sein können“, sagte er. Die Vielfalt der Stellen dürfe nicht durch eine restriktive Förderpolitik gefährdet werden.

Auch die Stellen, die vom Internationalen Bund der Freiwilligendienste in Mecklenburg-Vorpommern angeboten werden, erfreuten sich hoher Nachfrage. 180 Stellen biete der Träger von Jugend- und Sozialarbeit im Land, sagte die pädagogische Mitarbeiterin Sandra Fertig. Jedes Jahr seien bis zu 90 Prozent der Stellen besetzt. Jedoch falle die Entscheidung für ein FSJ immer später. „Die Jugendlichen erhoffen sich doch noch eine Zusage für den Studien- oder Ausbildungsplatz und bewerben sich daher viel kurzfristiger.“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gilt als größter Träger von Sozialarbeit im Land. Wie Landesgeschäftsführer Stefan Beutel sagte, sind 250 FSJ-Plätze im Angebot. Gut 200 könnten bislang auch besetzt werden. „In manchen Regionen finden wir nicht genügend oder nur ungeeignete Leute“, sagte Beutel.

„Wir starten am 1. September mit knapp über 40 Stellen ins FSJ“, sagte Jutta Plotz vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in MV. Die Nachfrage beim Verband sei in diesem Jahr größer gewesen „als das, was mit den begrenzten finanziellen Mitteln möglich ist“. Die Jugendlichen würden vor allem im Kinder- und Jugendhilfebereich eingesetzt, sagte Plotz.

Hintergrund: FSJ-Finanzierung

Nach Angaben des Sozialministeriums gibt es im Nordosten etwa 13 Anlaufstellen für den Freiwilligendienst, die vom Ministerium gefördert werden. Früheren Angaben zufolge sind dafür in diesem Jahr aus EU-Mitteln 500 000 Euro eingeplant. In den Vorjahren standen im Schnitt rund zehn Prozent mehr zur Verfügung. In der neuen Förderperiode bis 2020 bekomme das Land jedoch insgesamt weniger Geld aus Brüssel, hieß es zur Begründung. Der Nachfrage nach dem FSJ tut dies offenbar keinen Abbruch. In vergangenen Jahren seien die Bewerbungen um gut 15 Prozent gestiegen.

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