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verzicht wird belohnt : Freier Tag für Nichtraucher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helios-Kliniken belohnen für Verzicht / Noch immer greift jeder Dritte im Land regelmäßig zur Zigarette

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 08:10 Uhr

Kleine Dinge erzielen oft eine große Wirkung: Die Helios Kliniken gewähren seit 2007 Mitarbeitern, die auf dem Klinikgelände nicht rauchen, einen zusätzlichen Urlaubstag pro Jahr. Von den 2300 Klinikmitarbeitern am Standort Schwerin nehmen deutlich mehr als die Hälfte diesen freien Tag in Anspruch. „Als Krankenhaus tragen wir eine besondere Verantwortung für die Gesundheit unserer Patienten und Mitarbeiter. Daher belohnen wir unsere Mitarbeiter für das Nichtrauchen mit einem zusätzlichen Urlaubstag“, so Klinikgeschäftsführer Thomas Rupp. „Darüber hinaus bieten wir umfangreiche Programme zur Raucherentwöhnung an. Raucher bitten wir, das Rauchen auf die ausgewiesenen Orte zu beschränken.“

Am heutigen Weltnichtrauchertag sind Initiativen wie diese gefragt. Denn nach wie vor ist die Zahl derer, die mehr oder weniger regelmäßig Tabakwaren konsumieren, groß – gerade in Mecklenburg-Vorpommern. Zwar konnte in den letzten Jahren ein Rückgang der Raucherquote um zwei Prozentpunkte festgestellt werden. Dennoch rauchen nach Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit 34 Prozent der Gesamtbevölkerung nach wie vor in keinem anderen Bundesland so viele Frauen und Männer wie hier.

Auch unterteilt nach Geschlechtern nimmt unser Land einen unrühmlichen Spitzenplatz ein: 41 Prozent aller Männer und 27 Prozent der Frauen – diesen Wert erreichen sonst nur noch die Hamburgerinnen – sind Raucher.

Dennoch zeichnet sich ein – verhalten – positiver Trend ab: Junge Leute greifen in den letzten Jahren seltener zur Zigarette. Gaben 2003 lediglich 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler in 9. und 10. Klassen des Landes an, noch nie geraucht zu haben, waren es acht Jahre später bereits 34 Prozent. Das geht aus dem Prüfbericht der Landesregierung zur – mittlerweile durch den Landtag beschlossenen – Entfristung des Nichtraucherschutzgesetzes hervor.

Danach hat das Gesetz, das Mecklenburg-Vorpommern 2007 als eines der ersten Bundesländer beschloss, durchaus messbare Effekte. Der Anteil derjenigen Jugendlichen, die täglich rauchten, ging beispielsweise im Zeitraum von 2003 bis 2011 bei Jungen von 51 auf 29 Prozent zurück, bei Mädchen sogar noch deutlicher von 52 auf 24 Prozent. Nach ihrem Rauchverhalten in den zurückliegenden 30 Tagen befragt, gaben 68 Prozent der Jungen und 67 Prozent der Mädchen an, nicht geraucht zu haben. Nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) hatte in diesem Zeitraum täglich geraucht. 2003 hatte noch beinahe jeder zweite Jugendliche (47 Prozent) zum Glimmstängel gegriffen. Stellt man diese Werte allerdings dem Rest der Bundesrepublik gegenüber, zeigt sich, dass hierzulande noch eine ganze Menge zu tun bleibt, um junge Leute von den Vorteilen des Nichtrauchens zu überzeugen: Bundesweit hat sich der Anteil der jugendlichen Raucher nach Angaben der BzgA nämlich von 27,5 Prozent auf 12 Prozent mehr als halbiert.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) appellierte gestern: „Die massiven gesundheitlichen Gefahren durch Tabakkonsum stehen außer Frage. Jede Raucherin und jeder Raucher profitieren davon, die Sucht zu beenden und mit dem Rauchen aufzuhören.“ Mit der Entfristung des Nichtraucherschutzgesetzes gehe das Land einen konsequenten Schritt hin zu einer rauchfreien Gesellschaft. „Rauchen hat zum Glück schon seit langer Zeit nicht mehr den gesellschaftlichen Stellenwert wie noch vor Jahren. Es ist nicht chic, nach Qualm zu riechen“, so die Ministerin.

 

 

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