MEcklenburg-Vorpommern : Freie Wlan-Netze enger geknüpft

wlan mv

In immer mehr Innenstädten im Land kann man über Hotspots kostenlos ins Internet. Hohe Abdeckung in Neubrandenburg

svz.de von
14. Januar 2018, 05:00 Uhr

Beim Stadtbummel im Internet surfen, chatten oder einen Stadtplan aufrufen? Das geht nur mit einer stabilen Verbindung gut. In puncto flächendeckendem freien Wlan schienen die Städte im Land den Trend lange zu verschlafen. Doch in den größeren Städten in MV tut sich etwas.

Für die Wlan-Hotspots in Schwerin zeichnen die Stadtwerke der Landeshauptstadt verantwortlich. Die Kernzone erstreckt sich laut Projektmanager Bernd Holter vom Klöresgang über den Marienplatz bis zum Pfaffenteich-Südufer. „Unser Jahresziel 2018 ist, dass auf der Mecklenburgstraße im Bereich von Pfaffenteich bis Geschwister-Scholl-Straße durchgängig öffentliches Wlan bereitgestellt wird“, so Holter. Geplant seien auch Zugänge am Schloss und Bahnhofsvorplatz. Die Einwahl in das „city.Wlan Schwerin“ ist unkompliziert: Netz öffnen und den Login bestätigen. Eine Registrierung ist nicht erforderlich. Pro Tag sind 60 Minuten frei. „Wer mehr Zeit benötigt, kann online ein Ticket erwerben und surft dann länger“, erklärt Holter.

Rostock gewährt an vielen zentralen Orten einen freien Netzzugang, bereits seit 2013 auf dem Neuen Markt. Auch rund um die Tourist-Informationen am Universitätsplatz und in Warnemünde sowie in der Stadtbibliothek stehen die Hotspots kostenfrei zur Verfügung. Als eine „Geste der Gastfreundschaft an Einheimische und Gäste“, bezeichnet Stadtsprecher Ulrich Kunze das Angebot. Nach 30 Minuten allerdings läuft der kostenlose Zugang aus. Nach einem Bürgerschaftsbeschluss vom vergangenen Herbst will die Stadt in diesem Jahr 200 000 Euro in die Hand nehmen und mit „HROfreeWiFi“ bestehende Angebote bündeln und das Netz verdichten. In Neubrandenburg gibt man sich selbstbewusst als Vorreiter beim flächendeckenden Funknetz. „Wir können seit August vergangenen Jahres im gesamten Innenstadtbereich innerhalb des Stadtrings unser freies City-Wlan anbieten“, so Stadtsprecher André Hesse-Witt. Die technischen Komponenten stellen und warten die Neubrandenburger Stadtwerke. Weitere Hotspots sind aufgrund der Abdeckung vorerst nicht geplant.

Zwei freie, städtische Zugänge meldet Stralsund: einen in der Tourismuszentrale und einen in der Stadtbibliothek. „Wenn die Tourismusinformation nicht geöffnet ist, kann man sich trotzdem online über Angebote informieren“, sagt Pressesprecher Peter Koslik. Zugangsbeschränkungen gäbe es keine. „Interessierte authentifizieren sich mit ihrer E-Mail-Adresse. Beim zweiten Hotspot bekommt man jeweils einen Code für den zeitlich begrenzten Zugang“, so Koslik. Für dieses Jahr hat sich die Hansestadt um eine Förderung bei der EU-Initiative „wifi4eu“ für kostenloses Wlan auf öffentlichen Plätzen beworben. „Fest geplante Standorte sind der Alte Markt und die nördliche Hafeninsel vor dem Ozeaneum“, kündigt Koslik an.

Von dem 120-Millionen-Euro-Budget von „wifi4eu“ möchte auch die Hansestadt Wismar profitieren, verrät Thomas Weiss, EDV-Chef und Datenschutzbeauftragter der Stadt. Nachdem 2017 rund um Markt, Stadtbibliothek und dem Welterbehaus Hotspots für das „freeHWIlan“ installiert wurden, sollen in diesem Jahr das kürzlich neu eröffnete stadtgeschichtliche Museum im Schabbellhaus sowie der Wasserwanderrastplatz im Hafen angeschlossen werden. Um online zu gehen, muss man in Wismar nur das Netz öffnen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren.

In Greifswald kooperieren die nichtkommerzielle Initiative Freifunk e.V. und die Stadt. Sie schufen im November 2016 Zugänge auf dem Marktplatz und im Museumshafen, teilt Stadtsprecherin Andrea Reimann mit. An vielen Stellen kommen freie Netze hinzu, die Freifunk in Eigenregie betreibt. Weitere Punkte sind in Planung, etwa an „touristisch relevanten Orten wie in Wieck oder an der Klosterruine Eldena“, so Reimann.




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