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Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 13:59 Uhr

Freie Schulen fürchten um Existenz

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 04:14 Uhr

Schwerin | Die freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern befürchten Millionenverluste durch eine neue Verordnung über die Zahlung der Landeszuschüsse. "Das Bildungsministerium will den freien Schulen weniger Finanzhilfe geben als bisher. Das ist existenzbedrohend", sagte Thomas Weßler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft freier Schulen im Land.

Die Zuschüsse für die privaten Schulen würden auf der Grundlage der durchschnittlichen Lehrerkosten pro Schüler in der jeweiligen staatlichen Schulart berechnet, erläuterte er. Die freien allgemeinbildenden Schulen erhielten 85 Prozent des staatlichen Kostensatzes, die Förderschulen 100 Prozent, die berufsbildenden Schulen nur 50 bis 80 Prozent. "Daran kann man ablesen, dass das Land bei jedem Schüler an freien Schulen spart", sagte Weßler. Den Rest müssten die Träger aus eigener Kraft aufbringen, so aus Schulgeldern, die sie nach Einkommen der Eltern gestaffelt erheben.

Bei der Verordnung, die mit dem neuen Schuljahr in Kraft treten soll, will das Land bei der Berechnung der Zuschüsse die Personalkosten der Lehrer an den freien Schulen mit einbeziehen. Fallen dort weniger Kosten an, etwa weil die Lehrerkollegien jung sind und geringere Gehälter beziehen, muss die Differenz bis zur Höhe des Zuschusses zurückgezahlt werden. Der Finanzzuschuss sinkt also, wie Weßler erläuterte.

Im umgekehrten Fall - wenn sich die Personalkosten an staatlichen Schulen verringern, weil mehr junge Lehrer in den Schuldienst kommen - sinkt auch der Zuschuss für die freien Schulen, unabhängig von den dortigen Personalkosten. "Schon seit dem Inkrafttreten des Schulgesetzes 2010 sind die Zuschüsse für die freien Schulen mit jedem Jahr gesunken", berichtete Weßler. In den nächsten zehn Jahren werde an den staatlichen Schulen die Hälfte der Lehrer durch jüngere ersetzt. "Damit gehen für uns die Schülerkostensätze runter", resümierte er. Er könne nicht ausschließen, dass freie Schulen die Elternbeiträge erhöhen müssen.

Neben dem Sinken der Zuschüsse kommt mit der neuen Verordnung Weßler zufolge auch viel Bürokratie auf die freien Schulen zu. "Der Verwaltungsaufwand erhöht sich um ein Vielfaches", sagte er. In den 72 freien Schulen sind mehr als 1500 Lehrkräfte beschäftigt. Füllten die Anträge auf staatliche Zuschüsse je Schule bislang einen Aktenordner, so werde künftig wohl ein Umzugskarton gebraucht, mutmaßte Weßler.

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