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Radwandern : Freie Fahrt für Radler am Lewitzrand

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Volksfeststimmung am Lewitzrand: Einwohner der Dörfer und Nachbarn aus Tramm feierten gemeinsam die Gesamtfertigstellung der Fahrrad-Trasse.

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erstellt am 28.Okt.2012 | 11:12 Uhr

Lewitzrand | Beim Blick auf das Thermometer rüsteten Ines und Martin Hoffmann am Sonnabend früh trotz sonniger Aussichten erst mal ordentlich auf: Nachdem Väterchen Frost in der Nacht bereits eiskalt an der Null-Grad-Marke gekratzt hatte, kramten Hoffmanns schnell Handschuhe, Mütze und eine kuschelige Decke hervor, bevor es gemeinsam mit Sohn Kai (5) auf Tour ging. Selbst wenn es an diesem Vormittag Strippen geregnet hätte, wäre der geplante Fahrradausflug für Hoffmanns nicht ins Wasser gefallen: "So ein historisches Ereignis muss man miterleben. Klinkener lassen sich von nichts abhalten, wenn es etwas zu feiern gibt", versprühte Ines Hoffmann beim Zwischenstopp an der Klinkener Mühle nur gute Laune.

Hier bestand am Vormittag enorme Staugefahr. Erfreulich viele Pedalritter aus Tramm, Klinken, Raduhn, Rusch, Matzlow und Garwitz wollten hautnah dabei sein, wie - begleitet vom kirchlichen Segen von Pastorin Gudrun Doege-Klein aus Klinken - der neu gebaute Radweg am Lewitzrand von Tramm bis Garwitz freigegeben wird. Der Zufall wollte es, dass Fabian Schwerdtfeger aus Raduhn für den besonderen Moment an die Seite der Offiziellen gebeten wurde und zu seiner kompletten Überraschung beim Durchtrennen des symbolischen Bandes mit die Schere führen durfte: Der Elfjährige freut sich schon riesig, auf der Asphaltpiste künftig richtig Gas geben zu können, wenn er seinen Freund Benjamin Wohlgemuth in Klinken besucht. Und auch Schwester Sina wird auf dieser Strecke oft in die Pedale treten. "Dieser Weg ist ideal", freuen sich Fabians und Sinas Eltern, dass ihre Kinder hier sicher von A nach B kommen.

Bianka und Frank Schwerdtfeger waren am Sonnabend bei der anschließenden Dankeschön-Feier auf dem Forsthof in Rusch übrigens am Bratwurst-Stand für die Jugendfeuerwehr vom Lewitzrand im Einsatz: Der Verkaufserlös kommt den 25 Nachwuchskameraden zu Gute. Extra für das Fest angeheizt wurde auch der 200 Jahre alte Backofen auf dem Forsthof: Rechtzeitig vor der Ankunft der bei so viel frischer Herbstluft hungrig gewordenen Radler zogen Hermann und Edith Schönfeld, Gabi Erdmann, Gerd Harndt und Fred Rogowsky die letzte Ladung aus der Röhre: Insgesamt hatten sie seit dem Vortag acht große Blechkuchen sowie 140 Brote und Zöpfe gebacken. Dem ehemaligen Raduhner Bäcker Hermann Schönfeld (81) und seiner 76-jährigen Frau bereitet es immer wieder ein großes Vergnügen, sich auf diese Weise für die Gemeinde engagieren zu können. Mit sichtlichem Vergnügen absolvierten auch die Linedancegruppe vom Trammer Sportverein sowie das Raduhner Trio ihren Auftritt. Den Goldenen Oktober holten die Garwitzer Feuerwehrspatzen sowie der Liederkreis Raduhn-Rusch hinein ins Festzelt, als sie gemeinsam das Lied "Bunt sind schon die Wälder" anstimmten. "Ihr seit schon allein Spitze, aber zusammen eine Macht", bescheinigte Wolfgang Hilpert, Bürgermeister der Gemeinde Lewitzrand, den beiden Chören. Dann nutzte er die Gunst der Stunde, um sich bei all denen zu bedanken, die sich als Planer, als Geldgeber und auf der Baustelle mächtig abgestrampelt haben, damit die Trasse für die Radler von Tramm (Amt Crivitz) nach Garwitz (Amt Parchimer Umland) seit dem vergangenen Jahr in mehreren Bauabschnitten Wirklichkeit werden konnte. Das gesamte Investitionsvolumen bezifferte der Bürgermeister auf ca. 1,2 Millionen Euro. Geflossen seien immense Fördermittel vom Verkehrsministerium und aus dem Landwirtschaftsministerium mit seinem speziellen LEADER-Förderprogramm. Im Radweg, der auf 6,9 km asphaltiert und auf 2,2 km gepflastert ist, steckt außerdem ein beträchtlicher Teil der Hochzeitsprämie, die das Innenministerium seinerzeit der 2009 gebildeten Großgemeinde Lewitzrand in Aussicht stellte. Sie ging aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Klinken, Raduhn und Matzlow-Garwitz hervor.

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