zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 04:31 Uhr

Neue Schnellstraße : Freie Fahrt auf Rügen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stundenlange Staus bei der Fahrt zur Ferieninsel: Der erste Abschnitt einer neuen Schnellstraße soll das ändern.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Staugeplagte Urlauber kommen seit gestern schneller auf der Ferieninsel Rügen voran. Nach mehr als vier Jahren Bauzeit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den 14 Kilometer langen Südabschnitt der dreispurigen Schnellstraße B96n zwischen Rügenbrücke und Samtens freigegeben. „Die umweltfeindlichste Form des Fahrens ist der permanente Stau“, sagte Merkel. Ein flüssiger Verkehr sei für die Belebung der Wirtschaftsstruktur der Insel die richtige Antwort.

Der Tourismus ist mit mehr als sechs Millionen Übernachtungen pro Jahr der wichtigste Wirtschaftszweig auf der Insel. Urlauber stehen bislang bei der An- oder Abreise sowie an Regentagen in stundenlangen Staus. Auch der Fährhafen Sassnitz soll von dem Straßenneubau profitieren und sein Potenzial als Drehkreuz zum Baltikum und nach Russland ausbauen, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

Umweltverbände hatten das Verkehrsvorhaben kritisiert und stattdessen Ortsumgehungen sowie den Ausbau der bestehenden Bundesstraße gefordert, die parallel zur neuen Trasse verläuft und künftig langsam fahrenden Fahrzeugen vorbehalten sein soll. „Während in Paris um das Weltklima verhandelt wird, werden auf Rügen genau entgegengesetzte Pflöcke eingeschlagen“, sagte Marlies Preller vom Nabu Rügen. Mehr Straßen bedeuteten mehr Autoverkehr und mehr klimaschädigende Abgase. Diese Argumente kann der Präsident der IHK Rostock, Claus Ruhe Madsen, nicht nachvollziehen. „Wir brauchen die B 96n für den Tourismusverkehr, als Hinterlandanbindung für den Fährhafen Sassnitz und den Wirtschaftsstandort Rügen“, sagte er.  Der Bau hatte sich über Jahre verzögert. Die ursprünglich veranschlagten Kosten für die 20 Kilometer lange Gesamttrasse in Höhe von 80 Millionen Euro werden sich mit der Fertigstellung auf 151,5 Millionen Euro nahezu verdoppelt haben. Allein der nun fertige Südabschnitt kostete 96,5 Millionen Euro.

Als Grund für die Kostensteigerung führte der Bund u. a. den Baugrund an, der sich als schwieriger herausgestellt habe als angenommen. Zudem wurde aus Umweltschutzgründen eine Unterführung unter die Bahntrasse gebaut. Im Sommer 2016 soll mit dem Bau des sechs Kilometer langen Nordabschnittes begonnen werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen