Familie : Frauen treiben aus Not ab

Das undatierte Foto zeigt einen sieben Wochen alten Fötus in einer Fruchtblase. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht e jüngst die Schwangerschaftsabbruchstatistik.
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Das undatierte Foto zeigt einen sieben Wochen alten Fötus in einer Fruchtblase. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht e jüngst die Schwangerschaftsabbruchstatistik.

Streit um Schwangerschaftsabbrüche - Linke sieht Frauen in Finanznot

svz.de von
08. März 2018, 05:00 Uhr

Die Tatsache, dass in Mecklenburg-Vorpommern 2017 jede sechste Schwangerschaft abgebrochen wurde, hat eine Diskussion in der Landespolitik entfacht. Die familienpolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Jacqueline Bernhardt, sagte am Mittwoch: „Oft sind es finanzielle Notlagen infolge von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung, die Frauen zwingen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen.“ Die Landesregierung dürfe die Augen nicht verschließen und müsse aktiv werden.

Ein Modellprojekt in zwei Regionen des Landes zur kostenfreien Abgabe von Verhütungsmitteln an Hartz-IV- Empfängerinnen in den Jahren 2014 und 2015 hatte ergeben: Gut die Hälfte der Teilnehmerinnen, die bis dahin auf Verhütungsmittel verzichtet hatten, tat dies, weil diese zu teuer waren.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) stellte heraus, dass die Zahl der Schwangerschaftabbrüche in MV von 2016 zu 2017 um 11 Prozent sank. Sie lobte die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstellen.

Landesweit stünden 42 Beratungsstellen für die Schwangerschaftskonfliktberatung bereit. Drese appellierte an Frauen und auch Männer, die Angebote gerade im Krisenfall zu nutzen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war 2017 mit 2463 abgebrochenen Schwangerschaften in Mecklenburg-Vorpommern der niedrigste Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht worden. Allerdings ist die Quote von 207 Abbrüchen je 1000 Geburten die dritthöchste bundesweit nach Berlin und Berlin. Abbrüchen je 1000 Geburten die dritthöchste bundesweit.

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