Brandenburger Arbeitsmarkt : Frauen haben weniger Lohn

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Noch immer haben es Frauen auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt schwerer als ihre männlichen Konkurrenten. Im Bundesvergleich liegen sie aber weit vorn.

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20. März 2013, 10:04 Uhr

Potsdam | Noch immer haben es Frauen auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt schwerer als ihre männlichen Konkurrenten. "Frauen verdienen in Brandenburg im Schnitt sechs Prozent weniger als Männer", erklärt Landesarbeitsminister Günter Baaske (SPD). Damit liege die Region im Bundesvergleich zwar weit vorn, im Schnitt bekommen Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger Lohn. Doch Baaske reiche dies nicht aus. Mehr als 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten seien weiblich, obwohl viele der Frauen lieber einen Vollzeitjob hätten. Und in den Führungsetagen von Unternehmen begegne man, abgesehen vom Sekretariat, noch immer sehr selten Frauen. "Das alles zeigt, dass wir beim Thema Gleichstellung in der Arbeitswelt noch vor großen Herausforderungen stehen. Neben der Frauenquote besteht Handlungsbedarf bei Themen wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gleicher und vor allem auskömmlicher Lohn für gleiche Arbeit", erklärt Baaske auf Nachfrage.

Im Jahr 2012 hat der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen in Deutschland 15,21 Euro betragen, Männer haben für die gleiche Zeit mit 19,60 Euro bekommen. Wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte, hat sich der Verdienstabstand zwischen den Geschlechtern damit im Vergleich zu den Vorjahren nicht verändert. Auch die Ergebnisse für Ost- und Westdeutschland weisen kaum Schwankungen auf: So betrug 2012 der unbereinigte Geschlechtergehaltsunterschied im früheren Bundesgebiet 24 Prozent, in den neuen Ländern lag er bei 8 Prozent.

Es geht nicht wirklich vorwärts. Ist völlige Gleichberechtigung in der Arbeitswelt eine Illusion? "Nein, angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs kann es sich die Wirtschaft nicht länger leisten, Frauen zu benachteiligen. Das Ziel ist keine Illusion, wir haben schon viele Etappensiege erreicht. Nur wir müssen noch schneller vorankommen", antwortet Günter Baaske. Denn die bisherigen freiwilligen Selbstverpflichtungen hätten die Situation nicht verbessert. "Das war reine Verhinderungstaktik. Nur eine gesetzliche Regelung mit Sanktionen bringt den notwendigen Druck, den große Unternehmen offenbar brauchen, um wichtige Führungspositionen mit Frauen zu besetzen", sagt der Sozialdemokrat. Deswegen habe Brandenburg über den Bundesrat einen Gesetzentwurf für eine Frauenquote auf den Weg gebracht.

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