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Aus dem Gerichtssaal : Frau zu Tode gepeitscht - Prozess im Fall Alt Rehse beginnt

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Durch Zufall entdecken Polizisten in Alt Rehse eine Frauenleiche. Nun beginnt der Prozess gegen den früheren Lebensgefährten. Im Dorf war der Angeklagte wegen privater Probleme aufgefallen.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2017 | 09:57 Uhr

Sie war gefesselt und offenbar zu Tode gepeitscht worden - knapp ein halbes Jahr nach dem Fund einer verwesten Frauenleiche in Alt Rehse (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) hat heute am Landgericht Neubrandenburg der Prozess begonnen.

Dem 51 Jahre alten Lebensgefährten des Opfers wird von der Staatsanwaltschaft Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Der Computerfachmann und „Systembetreuer“ soll seine 32-jährigen Lebensgefährtin im Sommer 2016 gefesselt und derart mit einer Peitsche geschlagen haben, dass sie an den Verletzungen starb.

Der Tod der Frau war nur durch Zufall am 9. August 2016 bekannt geworden. Nachbarn hatten wegen Ruhestörung die Polizei gerufen, weil der Beschuldigte zum wiederholten Mal mit seiner Musikanlage Lärm gemacht hatte. Polizisten fanden dann die stark verweste und gefesselte Leiche im Haus des Mannes.

Die Identität der Frau konnten Rechtsmediziner aber erst später klären. Die 32-Jährige stammte aus Rheinland-Pfalz. Sie war kurzfristig über eine Kuppelshow des TV-Senders Sat 1 bekannt geworden, später zu dem Mann gezogen und stand unter gesetzlicher Betreuung.

Der Beschuldigte war schon mehrere Jahre vorher aus der Nähe von Stuttgart (Baden-Württemberg) nach Alt Rehse gezogen. Er wollte dort an einem alternativen Lebensprojekt teilnehmen, geriet mit den Initiatoren aber in Streit. Das Projekt scheiterte später. Der Beschuldigte hatte eine Gaststätte im Dorf erworben. Nach privaten Problemen fiel er später mehrfach wegen Ruhestörung auf - wie auch am 9. August.

Der Tatverdächtige schwieg zunächst. Anwohner hatten die Frau seit Wochen vermisst, so das es Hinweise auf ihre Identität gab. Der Tatverdächtige hat laut Staatsanwaltschaft angegeben, den Tod des Opfers nicht gewollt zu haben. Wann die Frau starb, sei bisher unklar, hieß es.

Der Beschuldigte war schon vorher in psychiatrischer Behandlung und wird von einem Experten begutachtet. Er soll feststellen, inwieweit der Mann überhaupt schuldfähig ist. Für den Prozess sind zwei Polizisten als Zeugen geladen. Dem Beschuldigten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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