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Alkohol im Mecklenburg-Vorpommerns Straßenverkehr : Frau mit drei Promille ruft die Polizei selbst an

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Eine betrunkene Autofahrerin rief am Sonntagabend die Polizei um Hilfe, nachdem sie sich auf der Strecke zwischen Waren und Stavenhagen an der Mecklenburgischen Seenplatte verfahren hatte.

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 10:12 Uhr

Schwerin | Alkoholsünder im Straßenverkehr werden immer dreister. Eine betrunkene 40-jährige Autofahrerin rief am Sonntag gegen 17.15 Uhr die Polizei in Neubrandenburg um Hilfe, nachdem sie sich auf der Strecke zwischen Waren und Stavenhagen an der Mecklenburgischen Seenplatte verfahren hatte. Als die Frau ins Atemalkoholgerät pustete, staunten die Beamten nicht schlecht: 3,09 Promille. "Betrunkene, die sich nach Wildunfällen melden, haben wir öfter - aber so einen Fall hatten wir noch nie", sagte ein Sprecher der Neubrandenburger Polizei. Der Führerschein wurde eingezogen, die Frau zum Bluttest mit ins Krankenhaus genommen.

"Wer mit solchen Promillewerten noch in ein Auto steigen kann, ist in hochabhängiger Weise an Alkohol gewöhnt", erklärte Oberärztin Dr. Ulrike Prösch von der AHG Klinik Schweriner See in Lübstorf. Für Menschen, die nicht täglich Alkohol trinken, seien bereits zwei bis drei Promille eine akute Gefahr. Frauen würden in der Regel viel weniger Akohol als Männer vertragen.

Ebenfalls am Sonntag stoppte die Polizei eine Fahrerin auf der Autobahn 24, die zwischen der Anschlussstelle Hagenow und dem Rastplatz Stolpe durch Schlangenlinienfahren aufgefallen war. Der Atemalkoholwert lag einem Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock zufolge bei 2,38 Promille.

Erst am Wochenende zuvor war auf der Ostseeautobahn 20 bei Wismar eine 39-jährige Rostockerin mit ihrem VW Golf und 1,83 Promille Alkohol im Blut in einen Mercedes Vito eines 74-jährigen Mannes aus Quickborn gerauscht. Die Beifahrerin des Golfs wurde dabei schwer verletzt und kam in das Uni-Klinikum nach Rostock. Die A 20 musste mehrere Stunden gesperrt werden. Den Schaden allein an den Fahrzeugen gibt die Polizei mit 9000 Euro an.

Alkohol am Steuer gehört nach Angaben des Schweriner Innenministeriums neben Raserei und Vorfahrtsfehlern zur den drei häufigsten Unfallursachen in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr wurden 1067 Verkehrsunfälle durch den unverantwortlichen Umgang mit Alkohol verursacht. Die Folgen: 157 Schwerverletzte und 8 Tote.

Landespolitiker in Mecklenburg-Vorpommern wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sind für die Einführung der Null-Promillegrenze. Dafür fehlt auf Bundesebene allerdings eine Mehrheit. So schreitet die Polizei derzeit bei alkoholbedingten Fahrfehlern ab 0,3 Promille und sonst ab 0,5 Promille ein. Mindeststrafe beim ersten Verstoß sind 500 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg.

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gibt es zu wenig Alkoholkontrollen im Straßenverkehr. "Kontrollen sind die wirksamste Waffe gegen Alkoholsünder", sagte der GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher. Doch dafür fehle allerdings das Personal. Im vergangenen Jahr ließ die Polizei 56 852 Autofahrer ins Röhrchen pusten. 3240 der Kontrollierten hatten mehr Alkohol im Blut als erlaubt ist.

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