zur Navigation springen

Mecklenburg Vorpommern : Forst: Land streicht jede dritte Stelle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeit im Wald übernehmen zunehmend externe Lohnunternehmen

Personalabbau im Wald: Das Land hat seit der Gründung einer eigenständigen Forstanstalt vor acht Jahren nahezu jeden dritten Arbeitsplatz in der Forstwirtschaft gestrichen und gleichzeitig so viel externe Lohnunternehmen eingesetzt wie nie zuvor. Seit 2006 seien 476 der einst 1526 Jobs in der Forstanstalt weggefallen, teilte das Landwirtschaftsministerium auf eine Parlamentsanfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Fritz Tack und Henning Foerster mit. Bis 2020 gehen die Stellenstreichungen weiter: Weitere 141 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden - auf 909 Kernstellen, kündigte Anstaltschef Sven Blomeyer gegenüber unserer Redaktion an.

Der Stellenabbau stieß bei der Gewerkschaft IG BAU auf Widerstand: Die Wirtschaftlichkeit der Forstanstalt solle auf Kosten der Mitarbeiter erreicht werden - vor allem zu Lasten der Waldarbeiter, kritisierte Branchensekretär Dirk Johne: „So wird die Bilanz gut gestaltet.“ Kritik auch in der Opposition: Einen weiteren Stellenabbau dürfe es nicht gegen, lehnte Henning Foerster, Arbeitsmarktexperte der Linksfraktion im Landtag, entsprechende Pläne ab. Bereits heute müssten weniger Beschäftigte eine größere Waldfläche bewirtschaften. Die Arbeitsbelastung sei stetig gestiegen. Zwar habe die Forstanstalt durch einen besseren betrieblichen Gesundheitsschutz erreicht, die Krankentage der Forstbeschäftigen zu senken. Doch sei die Belastungsgrenze erreicht, erklärte Foerster. Die Stellenkürzungen seien „unverhältnismäßig“, fügt Johne hinzu. Während die Landesforst Rücklagen von 30 Millionen Euro gebildet habe, würden die Risiken auf Privatunternehmen verlagert, die ihre Beschäftigten zu geringeren Löhnen arbeiten ließen. Blomeyer wies die Kritik zurück: Der Abbau gehe nicht zu Lasten des Personals und erfolge sozialverträglich - ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Das Land vergibt indes die Arbeit lieber an Private: Im vergangenen Jahr stiegen die Aufträge an private Lohnunternehmer auf einen Höchststand. Für zwölf Millionen ließ die Landesforst im vergangenen Jahr Arbeiten von Dienstleistern erledigen – fünf Millionen mehr als vor fünf Jahren. Dabei hatte Blomeyer noch vor zwei Jahren erklärt, den Anteil externer Aufträge nicht weiter erhöhen zu wollen und die Arbeiten lieber mit eigenen Beschäftigten erledigen zu lassen. Jetzt verteidigte er allerdings die millionenschwere Auftragsverlagerung in die Privatwirtschaft: Ansonsten wäre die Kernstellenzahl von 909 Mitarbeitern „deutlich niedriger ausgefallen“, sagte Blomeyer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen