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Nachfrage steigt : Forscher für mehr Sanddorn-Anbau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nachfrage kann kaum gedeckt werden. Neue Sorten im Test

Der Sanddornanbau in Deutschland sollte nach Ansicht der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Güstrow-Gülzow ausgebaut werden. „Der gesundheitsfördernde Wert des Sanddorns wird nach wie vor unterschätzt“, sagte der Leiter des Bereiches Obstbau, Friedrich Höhne, gestern auf dem Obstbautag der Forschungsanstalt in Güstrow. Auf der Versuchsplantage der Einrichtung im Landkreis Rostock würden derzeit 40 neue Sorten auf ihre Anbaufähigkeit getestet. Dabei gebe es eine enge Kooperation zu wissenschaftlichen Einrichtungen und Praktikern in Brandenburg. Das Nachbarland hat mit nahezu 400 Hektar die größte Sanddornfläche in Deutschland, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 200 Hektar. Bundesweit wächst die vitaminreiche Frucht auf 700 Hektar. Sanddorn hat einen fünfmal höheren Anteil an Vitamin C als die Zitrone.

Neben bereits vorhandenen Anlagen, die ihre Flächen erweitern wollen, würden zunehmend auch Neueinsteiger Interesse am Anbau zeigen, hieß es auf der Tagung. Das Gros der Sorten auf der Versuchsplantage habe sich bereits in anderen europäischen Ländern und in Russland bewährt, sagte Höhne. Jetzt solle die Anbaueignung für den Nordosten Deutschlands geprüft werden. Beteiligt seien auch wissenschaftliche Einrichtungen und Sanddornanbauer aus Brandenburg. Martina Otto vom Landwirtschaftsministerium in Potsdam forderte, den Anbau deutlich auszubauen. Das Angebot könne die Nachfrage kaum decken. Sanddorn wird unter anderem zu Saft verarbeitet und Medikamenten, Bier, Likör und Tee, Bonbons und Kosmetika zugesetzt.

Auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns wurde Sanddorn schon in den 1970er-Jahren angebaut. Außerdem wurde der Strauch aufgrund seines ausgeprägten Wurzelsystems im Küstenschutz eingesetzt, um Strandsand zu binden und Verwehungen zu minimieren. Vermehrt werden die Pflanzen heute vor allem in der Ostseebaumschule Kröpelin bei Rostock.

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