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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 19:52 Uhr

Folgenschwerer Moment

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2007 | 09:17 Uhr

Wieder einmal ist klar geworden, dass auch die Justiz an Grenzen stößt. Wie soll man einen Vater bestrafen, der sein Baby zu Tode schüttelt? Ein völlig gesundes Baby, ein Wunschkind zudem. Es lebt nicht mehr, weil der Vater nicht behutsam mit ihm umging. Wie es normal wäre bei einem so schutzlosen Wesen. Er war unbeherrscht, kurze Zeit nur.
Aber auch wenige Sekunden können schon zu lang sein - wie dieser Fall zeigt. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe. Ist damit der Tod des Babys gesühnt? Gibt es überhaupt eine Strafe, die ein Menschenleben aufwiegt? Für den Vater ist das Erlebte zweifelsohne eine Tragödie. Er hat sein Kind verloren. Die Last, daran Schuld zu sein, wird ihm ein Leben lang schwer auf der Seele liegen.
Doch auch eine gerichtliche Strafe war nötig, genau wie der öffentliche Prozess. Nicht nur, weil die strafrechtliche Verantwortung des Vaters klar festgestellt wird. Sondern auch als Mahnung. Denn mit dem Urteil ist die Hoffnung verbunden, dass die Sensibilität beim Umgang mit kleinen Kindern steigt. Kinder können anstrengend sein. Aber auch das rechtfertigt nicht die Anwendung von Gewalt. Nicht mal für den kleinsten Moment.

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