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Wirtschaft MV : Förderung bei Plater Firma misslungen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pleite des Kartoffelverarbeiters trägt der Steuerzahler

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Der am Dienstag bekannt gewordene Insolvenzantrag für die Kartoffel-Gemüse-Service GmbH in Plate bei Schwerin kommt den Steuerzahler womöglich teuer zu stehen. Gefördert worden war das Unternehmen, dessen Eigentümer seit 2013 ein Hamburger Obst- und Gemüse-Großhändler ist, mindestens zweimal aus verschiedenen Ministerien: Zunächst hatte 2007 das Schweriner Wirtschaftsressort für die Erweiterung einer Betriebsstätte einen Investitionszuschuss in Höhe von 80 600 Euro gewährt (Gesamt-Investition knapp 350 000 Euro). Die Zweckbindung dafür ist laut Ministerium im November 2013 ausgelaufen. Weitere Investitionsförderungen gab es seitens des Wirtschaftsministeriums nicht.

Dennoch geriet das Unternehmen in den 2000er-Jahren wirtschaftlich ins Schlingern. Der heutige Eigentümer, ein Großhändler aus Hamburg, war seit Anfang der 1990er-Jahre einer der Hauptlieferanten des Plater Unternehmens. Er habe sich, so heißt es aus dem Umfeld der Plater Firma, in dieser schwierigen Phase überzeugen lassen, in den Betrieb zu investieren.

Seit der Übernahme 2013 führte er die Firma in ruhigeres Fahrwasser. Die Expansions- und Spezialisierungspläne galten als solide. Daraufhin übergab das Agrarministerium am 5. Februar 2015 einen Förderbescheid über 613 000 Euro. Mit der damit geplanten Modernisierung des Bestandsgebäudes, einem Neubau sowie neuen Produktionsmaschinen für Halbfertigprodukte (Convinience) sah Minister Till Backhaus (SPD) den Betrieb gut aufgestellt für die Zukunft. Sein Haus, so hieß es, unterstütze gezielt die Wertschöpfung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe durch Modernisierung und Rationalisierung von Verarbeitungsverfahren und Vermarktungswegen.

Sollte die Weiterführung der Firma misslingen und es nicht genügend Masse für ein Insolvenzverfahren geben, würde das Ministerium zu einem der größten Gläubiger werden. Fördermittel sind an Auflagen gebunden und müssten zurückgefordert werden. Wie weit das gelingt, ist offen. Im Zweifel würde der Verlust auf Kosten der Steuerzahler gehen.

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