Soziales : Fördergrenze für Langzeitarbeitslose soll kippen

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD).  Bernd Wüstneck/Archiv
Sozialministerin Birgit Hesse (SPD). Bernd Wüstneck/Archiv

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07. November 2014, 18:07 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) will die Förderung zugunsten Langzeitarbeitsloser verbessern. Bei der nächsten Fachministerkonferenz aus Bund und Ländern werde sie sich für die Streichung der zeitlichen Begrenzung der Förderung einsetzen, kündigte Hesse gestern bei der Eröffnung des Erwerbslosenparlaments MV an.

Wer innerhalb von fünf Jahren zwei Jahre lang gefördert wurde, etwa mit Ein-Euro-Jobs oder einem Eingliederungszuschuss, der kann bislang keinen weiteren Eingliederungszuschuss für einen Job am ersten Arbeitsmarkt bekommen. Der Arbeitslosenverband MV kritisiert dies schon seit langem.

Die Sprecherin des Erwerbslosenbeirates Ariane Kross wies gestern darauf hin, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit ungeachtet des insgesamt positiven Trends auf dem Arbeitsmarkt verfestigt. Im Oktober seien 38,9 Prozent der Erwerbslosen langzeitarbeitslos gewesen, ein Jahr zuvor waren es noch 36,4 Prozent. Nach den offiziellen Arbeitsmarktzahlen gab es im Oktober 31 901 Langzeitarbeitslose im Land. „Nach unserer Rechnung sind es über 30 000 mehr“, sagte Kross. Die Statistik berücksichtigt dem Beirat zufolge nicht jene Menschen im Vorruhestand, in Ein-Euro-Jobs, in der Bürgerarbeit oder Weiterbildung. Selbst kranke Arbeitslose fielen heraus. Im Oktober seien so 32 471 Arbeitslose nicht gezählt worden. Statt der rund 82 000 „offiziellen“ Arbeitslosen suchten nach Rechnung des Erwerbslosenbeirats also 114 460 einen Job. Als eine Möglichkeit, langzeitarbeitslose Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen, sieht der Beirat einen sozialen Arbeitsmarkt.   Das Erwerbslosenparlament, an dem sich rund 100 Vertreter von Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften beteiligten, verabschiedete zwei Forderungen an die Politik: Die Landesregierung und Landtag sollen das Thema mit Nachdruck an den Bund herantragen. Und das Fachkräftebündnis MV soll Möglichkeiten zur Integration Langzeitarbeitsloser entwickeln.

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