Prora-Investor : Fördergelder abgezweigt?

Blick auf Eigentumswohnungen in der Paulstraße 4, aufgenommen am 02.09.2015 im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen.
Blick auf Eigentumswohnungen in der Paulstraße 4, aufgenommen am 02.09.2015 im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen.

Prora-Investor Ulrich Busch muss sich mit Partnern vor Landgericht Rostock verantworten

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04. September 2015, 12:00 Uhr

Mit günstigen Investitionen in die einstige Ruine der monumentalen Nazi-Ferienanlage in Prora auf Rügen hat Ulrich Busch offenbar sein finanzielles Glück gemacht. Ein zweites Vorhaben auf der Insel hat dem Sohn des Sängers und Schauspielers Ernst Busch allerdings Ärger mit der Justiz eingebrockt.

Seit gestern muss sich der 50-Jährige zusammen mit zwei Geschäftspartnern, einem 66-jährigen Niederländer und einer 44-jährigen Deutschen, vor dem Landgericht Rostock verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Subventionsbetrug vor. Bis zu 700 000 Euro habe Busch zu Unrecht kassiert, behauptet die Anklage. Die Anwälte wiesen die Vorwürfe pauschal zurück.

Im legeren Anzug ohne Schlips erschien der Geschäftsmann zusammen mit zwei Verteidigern im Gerichtssaal. Unweit der Strandpromenade in Binz erwarb Busch 2005 die damalige „Pension Haus Riesa“. 1,5 Millionen Euro steckte er in die Sanierung und den Umbau zu einem Hotel. Fast die Hälfte der Kosten holte Busch sich vom Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommerns (LFI) zurück. Dafür soll er nach den Erkenntnissen der Ermittler jedoch eine Scheinfirma mit einem Strohmann als Geschäftsführer benutzt haben. Diese reichte angeblich überhöhte Rechnungen beim LFI ein. Teilweise seien Bauleistungen und Material zu teuer abgerechnet worden. Leistungen wurden von der Firma gar nicht erbracht. Außerdem rechneten Busch und seine Geschäftsfreunde laut Anklage den Ausbau von drei privaten Wohnungen im Dachgeschoss ab. Dafür waren aber keine Fördergelder vorgesehen. Auch das Honorar für einen Rechtsanwalt wurde mit Subventionen beglichen. Der von ihm geregelte Streitfall hatte mit der Sanierung der „Pension Haus Riesa“ nichts zu tun.

Vorerst muss Busch, der in den Niederlanden lebt, bis Ende Oktober regelmäßig in Rostock vor Gericht erscheinen. Allerdings ist er sowieso oft im Land.

Auf Rügen hatte er 2006 vom Bund zwei der fünf Blöcke des ehemaligen Kraft-durch-Freude-Kolosses in Prora für 455 000 Euro gekauft. Inzwischen werden die darin neu entstandenen Ferienwohnungen für 3000 bis 6000 Euro pro Quadratmeter verkauft. Zwar ist Busch nicht mehr Eigentümer. Als „Projektentwickler“ profitiert er weiterhin vom Immobilien-Boom auf Rügen.  

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