Flughafen ruft um Hilfe

Investoren gesucht: Aufwärts geht es mit dem Flughafen Rostock-Laage nur mit frischem Geld.
Investoren gesucht: Aufwärts geht es mit dem Flughafen Rostock-Laage nur mit frischem Geld.

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27. November 2008, 08:28 Uhr

Güstrow/Laage | Auf den Flughafen Rostock-Laage kommen schwere Zeiten zu: Geschäftsführerin Maria Muller bat vor dem Güstrower Kreistag: "Wir brauchen ihre Hilfe." Nur mit frischem Geld - und davon reichlich - sei der Airport aus dem Dilemma sinkender Fluggastzahlen und wachsenden Defizits zu bringen. In diesem Jahr wird die Gesellschaft voraussichtlich mit einem Minus von 1,8 Millionen Euro abschließen.

Mehr Touristen im Niedrig-Preis-Bereich und eine zusätzliche Linie nach Stuttgart (ab März) sollen den Flughafen aus der Misere führen. Ziel sei es für 2009, mehr als 150 000 Passagiere zu befördern, so Muller. Und das in schlechten Zeiten: Im Tourismus sinke der Stern des Ostens gerade, Anbieter reduzierten das Angebot. Der Airport lasse gerade einen "Masterplan" für die Zukunft erarbeiten, wie den Einbrüchen am Markt zu begegnen sei. Ursachen für die schlechte Lage: u.a. Teilrückzug der Fluglinie Air Berlin, Ausstieg der Bundeswehr aus dem zivilen Brandschutz.

Der Güstrower Kreistag sorgt sich: Wie viel Geld müssen die Gesellschafter - neben dem Landkreis Güstrow auch die Städte Rostock und Laage - künftig zuschießen?, wollte Dieter Labuzinski (Die Linke) wissen. Muller antwortete vage. Neue Fluglinien wollten stets eine "Anschubunterstützung". Muller hofft auf private Investoren, die den Flughafen entdecken. Das derzeit schlechte Ergebnis des Flughafens rühre auch daher, dass solche Hilfen bisher aus dem Etat kamen. Ein mittelfristiges Ziel könnte auch sein, Private als Gesellschafter ins Boot zu holen. Muller: "Wir müssen den Markt ausloten."

Grundsätzlich stellte sie klar: Mit einem Regionalflughafen sei kein Geld zu verdienen, er werde immer Zuschussgeschäft bleiben. Nur "sechs bis acht" der 72 Airports in Deutschland hätten Überschüsse. Botschaft: Der Flughafen habe eine Schlüsselfunktion für Infrastruktur und Wirtschaftsförderung. Er bringe viele Impulse z.B. im Tourismus, somit Wertschöpfung und verbessere das Image des Landes. Die finanzielle Schieflage sei zu überwinden, ist Muller überzeugt. Grundsätzlich seien viele Voraussetzungen für eine positive Entwicklung gegeben: So wären bis zu eine Million Passagiere jährlich machbar.

Die Meinungen im Kreistag sind gespalten: Der Landkreis könne den Zuschuss nicht länger schultern, sagte Horst Mauck (Die Linke). Die CDU fordert die Reaktivierung eines Fachbeirates - nicht zur Kontrolle, sondern zur Begleitung, so Fraktionschef Andreas Brunotte. Träumerei? Uwe Heinze (SPD) erklärt: Es fehlten hochkarätige Köpfe, die den Flughafen über den Beirat mit Kontakt über Landesgrenzen hinweg voranbringen können.

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