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Asylbewerber : Flüchtlingsunterkünfte gesucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch MV bekommt Folgen von Krisen und Kriegen zu spüren - Noch mussten keine Notquartiere errichtet werden

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Aufgrund stetig steigender Flüchtlingszahlen suchen die Kommunen im Nordosten teils händeringend weitere Unterkünfte. Engpässe allerdings gebe es bislang noch nicht, Notunterkünfte müssten nicht errichtet werden, betonte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Die Landeshauptstadt Schwerin hat ihre 91 Asylbewerber mit insgesamt 42 Kindern in 16 größeren Übergangswohnungen einquartiert. Freie Plätze gebe es nur noch vereinzelt, hieß es. Nach Schwerin kämen Menschen aus Ghana, Afghanistan, Syrien, Iran, Russland und Serbien.

Rostock zählt aktuell fast 400 Asylanten. Die meisten leben in einer Gemeinschaftsunterkunft, etwa 140 in Wohnungen. Weitere dezentrale Unterkünfte sollen entstehen.

Der Landkreis Rostock richtet derzeit in Güstrow 40 leerstehende Wohnungen für weitere Flüchtlinge her. Ab Dezember sollen dort 170 Menschen aus den Bürgerkriegsgebieten im Nahen Osten und Nordafrika einziehen. Im Kreis leben derzeit 750 Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber, 300 von ihnen in Bad Doberan und 260 in zwei Güstrower Heimen.

Finanzielle Nachteile für die Gemeinden gebe es nicht, betonte der zuständige Beigeordnete des Landkreises Rostock, Rainer Boldt. „Die kreisangehörigen Kommunen profitieren finanziell durch höhere Schlüsselzuweisungen für zusätzliche Einwohner bzw. durch eine bessere Auslastung der kommunalen Wohnungen, Schulen, Kitas usw.“ Zugleich sehen die Kommunen derzeit keine besonderen Probleme zwischen Einwohnern und Flüchtlingen, wie eine Umfrage der dpa ergab. Allerdings würden auch immer wieder Proteste von NPD-Anhängern initiiert, hieß es.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald benötige dringend weitere Unterkünfte für Flüchtlinge, da sämtliche Plätze belegt sind, erklärte Sozialamtsleiter Gerd Hamm. Derzeit leben im Kreis etwa 750 Flüchtlinge, bis Jahresende würden bis zu 500 weitere erwartet. Vier Heime gebe es aktuell in Torgelow, Wolgast, Greifswald und Anklam sowie Wohnungen. 835 Plätze sollen von Oktober an insgesamt bereitstehen.

Der größte Landkreis im Nordosten, Mecklenburgische Seenplatte, kann derzeit alle 1100 Asylbewerber unterbringen, sieht aber bei einer Zunahme der Flüchtlingsankünfte Bedarf an weiteren Domizilen. Derzeit gebe es zwei Gemeinschaftsunterkünfte in Friedland und Neubrandenburg sowie verteilt im Kreis Asylanten-Wohnungen, teilte eine Sprecherin mit.

Auch der Kreis Vorpommern-Rügen suche ständig nach geeigneten Objekten zur Unterbringung von Asylbewerbern, erklärte eine Sprecherin. Dabei werde mittlerweile auch an Wohncontainer gedacht. In zentralen Kommunen gebe es kaum noch geeignete Wohnungen, so dass auch Unterkünfte in kleineren Orten angemietet werden sollen. 785 Asylbewerber leben derzeit im Kreis Vorpommern-Rügen, davon 605 in Heimen.

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