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„Sea Eye“ auf Mission : Flüchtlingsrettung im Mittelmeer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach der Taufe des Hochseekutters „Sea Eye“ stach Michael Buschheuer gestern in See

Im Stadthafen Rostock ist gestern der gut 24 Meter lange Hochseekutter „Sea Eye“ des Regensburger Unternehmers Michael Buschheuer getauft worden. Unmittelbar darauf brach das Schiff in Richtung Mittelmeer auf, um vor Lampedusa zur Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen beizutragen.

Nach dem Kauf war die frühere „Sternhai“ auf der Rostocker Werft Tamsen Maritim umgebaut worden. Der 74 Kubikmeter große Laderaum ist mit rund 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen sowie mit Wasser und Nahrung gefüllt. Hintergrund seines Engagements sei das Entsetzen über die Lage der Flüchtlinge, sagte Buschheuer. Er rechne damit, dass die Crew der „Sea Eye“ ab Mitte April die Arbeit aufnehmen könne. Fünfeinhalb Monate soll der Einsatz zunächst dauern. Nach jeweils etwa zehn Tagen auf See soll die Besatzung ausgetauscht werden. Derzeit gebe es rund 90 Bewerbungen von Freiwilligen. „Es dürfen noch mal so viel werden, um das ganze Jahr sauber abdecken zu können“, sagte Buschheuer. Auch die Finanzierung stehe noch nicht endgültig. Es gebe noch einen Bedarf von rund 250 000 Euro.

Werde in dem knapp 1000 Quadratkilometer großen Gebiet ein in Not geratenes Flüchtlingsschiff gesichtet, werde die Besatzung der „Sea Eye“ den Notruf SOS absetzen, schildert Buschheuer das Vorgehen. Damit könne die Seenotrettung erzwungen werden. Bis zum Eintreffen von Rettern und der Küstenwache sichere die Besatzung der „Sea Eye“ das Überleben der Menschen. „Nur im Notfall werden wir Flüchtlinge auf unserem Kutter aufnehmen.“ Derzeit sind einige private Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Neben zwei Schiffen der privaten Flüchtlingshilfe-Initiative „Sea Watch“ war vor einigen Tagen die „Aquarius“ des Vereins „SOS Méditerranée“ von Sassnitz aus Richtung Mittelmeer gestartet.

Joachim Mangler

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