zur Navigation springen

Flüchtlinge in MV : Flüchtlingsansturm auf Banken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer mehr Asylbewerber wollen ein Konto eröffnen. Das größte Problem ist die Sprachbarriere.

Ungefähr 1000 Konten haben Flüchtlinge bei der Ostseesparkasse in Rostock seit Februar diesen Jahres bereits eröffnet. Wöchentlich kämen ungefähr 50 hinzu. In nächster Zeit könnten es laut Schätzungen noch mehr werden. Die Filialen im Land gehen dabei unterschiedlich mit dem großen Zulauf um.

„Teilweise ist ein starker Ansturm merkbar, vor allem da, wo es größere Gemeinschaftsunterkünfte gibt“, meint Torsten Ullmann, Vorstandsreferent der Ostseesparkasse Rostock. In Güstrow beispielsweise öffne die Filiale daher Mittwochnachmittag außerhalb der regulären Öffnungszeiten extra für Asylbewerber. „Es ist eine zusätzliche Belastung. Wir versuchen den Andrang zu kanalisieren“, so Ullmann.

Größtes Problem ist die Sprachbarriere. Übersetzer gebe es bei den insgesamt neun Sparkassen im Land keine. Verträge würde es nur in deutscher Ausführung geben. Über die Konditionen könnten sich Zuwanderer vorab in einem Flyer informieren, in Arabisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Asylbewerber können bei der Sparkasse nur das „Jedermann-Konto“ eröffnen. Dabei handelt es sich um ein Basis-Guthabenkonto, ohne Überziehungsmöglichkeit.

Die Konditionen sind jedoch von Filiale zu Filiale sehr unterschiedlich. Flüchtlinge, die beispielsweise bei der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ihr Konto eröffnen, müssen im Monat fünf Euro Kontoführungsgebühr bezahlen, können jedoch nur im Gebiet des Instituts Geld abheben, teilt die Bank mit. Somit wird sichergestellt, dass die Antragssteller auch wirklich im Verbreitungsgebiet leben. Mehrere 100 Konten wurden hier bereits eröffnet. In Rostock fallen hingegen nur 2,99 Euro Gebühren an. Geld kann jedoch an jedem Sparkassenautomaten in Deutschland abgehoben werden.

Für die Flüchtlinge ist diese Bürokratie eine große Hürde. Dabei wurden die Bedingungen für die Kontoeröffnung erst im September durch die Bundesanstalt für Finanzleistungen (Bafin) erleichtert. Übergangsweise benötigt man für die Kontoeinrichtung nur die Duldungspapiere einer deutschen Ausländerbehörde. Normalerweise müssen Banken einen Neukunden per Pass oder amtlichen Ausweisersatz zweifelsfrei identifizieren.

Trotz der gelockerten Vorgaben halten sich große Institute weiterhin zurück und verweisen auf internationale Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen