SCHULE, KÜCHE UND TÜV : Flüchtlinge sind Jobmotor

Viele Branchen profitieren von den Flüchtlingen.

Viele Branchen profitieren von den Flüchtlingen.

Mehrere hundert neue Stellen sind entstanden – in Schulen, Küchen und auch beim TÜV

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25. Januar 2016, 06:00 Uhr

Die rund 24 000 Flüchtlinge, die seit Anfang vergangenen Jahres in MV registriert wurden, sind ein Wirtschaftsfaktor. Mehrere hundert neue Jobs sind entstanden. Besonders gesucht sind Lehrer, Polizisten, Köche und Betreuer mit Sprachkenntnissen.

Deutsches Rotes Kreuz

Das DRK betreibt im Land aktuell 14 Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber mit 2500 Plätzen, berichtet Silvia Brinkmann vom DRK-Landesverband. Rund 200 Mitarbeiter seien dort beschäftigt. Da die Landesregierung und die Landkreise die Betreiberverträge befristet hätten, seien auch die Anstellungsverträge der Mitarbeiter befristet. Am wichtigsten sei Betreuungspersonal mit Sprachkenntnissen. Auch würden größere Gemeinschaftsküchen betrieben.

Caterer

Mitunter wird die Verpflegung in großen Gemeinschaftsunterkünften an private Unternehmen vergeben. So bekocht die Firma Schwerin Menü die Flüchtlinge in der Erstaufnahme-Einrichtung in Schwerin-Stern Buchholz mit 1    200 Plätzen. In der Erstaufnahme-Einrichtung in Horst bei Boizenburg kocht die Firma Sodexo, wie aus der Internetseite des Landesamtes für innere Verwaltung hervorgeht.

Bildungsträger

Sie profitieren von den Deutsch- und Integrationskursen, die von Behörden vergeben werden. Allein im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit laufen derzeit im Nordosten rund 360 Kurse mit entsprechend vielen Lehrern, wie ein Sprecher sagte. Nicht nur Volkshochschulen geben Kurse, auch bei Organisationen wie TÜV und Dekra kann man Deutsch lernen. Unterrichtet werden nach Angaben der Regionaldirektion Nord derzeit rund 6    400 Teilnehmer in MV. Fast alle (94,4 Prozent) sind Syrer.

Öffentliche Verwaltung

Im neuen Amt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten werden 29 Planstellen geschaffen. Zudem sollen zur Bewältigung der Aufgaben 38 Aushilfskräfte eingestellt werden.

Polizei

Eigentlich sollte die Landespolizei bis Ende 2015 auf 5800 Mitarbeiter schrumpfen. Das sah das Personalkonzept der Landesregierung vor. Doch dann setzte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) durch, dass 47 in Pension gehende Beamte bis Ende 2016 auf ihren Posten bleiben dürfen. Außerdem soll es 100 Neueinstellungen geben.

Lehrer

In den Schulen des Landes werden aktuell fast 4500 Kinder von Zuwanderern unterrichtet - Ende Oktober waren es noch unter 4000. Für sie werden „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ)-Lehrer gebraucht.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hat frühzeitig Stellen geschaffen. Inzwischen gibt es rund 90 DaZ-Lehrer an den Schulen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Weitere 12 Stellen seien ausgeschrieben. In Neubrandenburg helfen außerdem fünf pensionierte Pädagogen.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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