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Aktionstag in Schwerin : "Flucht ist kein Verbrechen"

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Mit einem UN-Flüchtlingszelt auf dem Schweriner Marktplatz haben der Flüchtlingsrat und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gestern auf die Lage von Menschen auf der Flucht aufmerksam gemacht.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 11:45 Uhr

Schwerin | Mit einem UN-Flüchtlingszelt auf dem Schweriner Marktplatz haben der Flüchtlingsrat und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gestern auf die Lage von Menschen auf der Flucht aufmerksam gemacht. Sie wollten mit der Aktion vor dem Tag des Flüchtlings am Freitag Verständnis für die Menschen wecken, die ihre Heimat verlassen müssten, sagte die Vorsitzende des Flüchtlingsrates Mecklenburg-Vorpommern, Ulrike Seemann-Katz. Weltweit seien mehr als 43 Millionen Menschen auf der Flucht, 23 Millionen innerhalb ihrer Länder. Weniger als zwei Prozent der Flüchtlinge, die ihre Länder verließen, stellten Asylanträge. "Flucht ist kein Verbrechen" lautet das Motto des Flüchtlingstages 2013.

Deutschland nimmt Seemann-Katz zufolge zwar im europäischen Vergleich zahlenmäßig die meisten Flüchtlinge auf, gemessen an der Einwohnerzahl und der Wirtschaftskraft seien es aber weniger als etwa in Schweden. Dem Flüchtlingsrat zufolge macht den Menschen, die nach Deutschland kommen, vor allem das lange Asylverfahren und das Arbeitsverbot zu schaffen. Amnesty International fordert nach den Worten der Sprecherin der Schweriner Gruppe, Katja Köhn, dass alle Flüchtlinge in Europa Asylanträge stellen können, und zwar in dem Land, das sie wünschen.

Den Besuchern im Zelt gab ein afghanischer Flüchtling Auskunft über sein Schicksal. Der Mann, der von 2003 bis 2010 in Afghanistan als Dolmetscher für die Vereinten Nationen und auch für Deutsche arbeitete, lebt seit zwei Jahren mit seiner jetzt achtjährigen Tochter als Asylbewerber in einem Heim in Ludwigslust. Er floh vor den Taliban aus Afghanistan, wo er Frau und Sohn verlor. Arbeiten darf er in Deutschland nicht. Derzeit absolviert er während seines Deutschkurses ein Praktikum beim Flüchtlingsrat. Er dolmetscht und hilft zu erfassen, welche Hilfen Flüchtlinge im fremden Land als erstes brauchen.

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