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Steinmeier im Nordosten : Floßfahrt mit dem Bundespräsident

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Frank -Walter Steinmeier beendete Besuch im Nordosten und äußerte sich zuversichtlich über die wirtschaftlichen Chancen für Vorpommern

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Die Region Vorpommern hat ihre Chancen nach Ansicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht nur im Tourismus. Der Bundespräsident besuchte heute die Vorzeigefirma Haff-Dichtungen Ueckermünde und erklärte dabei, hier werde gezeigt, dass die Lage abseits der Ballungszentren für Firmen kein Nachteil sein müsse. „Hier sind ganz wertvolle Arbeitsplätze entstanden“, sagte der Bundespräsident zum Abschluss seines Besuchs in Vorpommern.

Zuvor war Steinmeier in Begleitung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) knapp eine Stunde über den Fluss Randow geschippert. Bei der Floßfahrt stand der Naturpark am Stettiner Haff im Mittelpunkt. „Bis zur Biberburg, wie geplant, ist das Floß mit dem Besuch nicht gekommen“, bedauerte Bärbel Ertelt vom Hafen Eggesin. Aber der Bundespräsident sei von der Landschaft begeistert gewesen und habe selbst erklärt, man müsse sich mal mehr Zeit nehmen. „Da habe ich ihn gleich wieder eingeladen.“

Der Betrieb Haff-Dichtungen, den Steinmeier besuchte, gilt als ein Vorzeigebetrieb im Osten Deutschlands. Die Firma war von Geschäftsführer Peter Ruhnau 1990 mit drei Mitarbeitern gegründet worden, inzwischen hat er 60 Mitarbeiter und gehört nach eigenen Angaben zu den zehn größten Firmen der Branche in Deutschland. Im Jahr werden mehr als eine Milliarde Dichtungen produziert. Die Firma will nun wegen wachsender Aufträge ihre Betriebsfläche verdoppeln. „Das ist hier kein Problem, Fläche ist genug da“, sagte Sohn Steffen Ruhnau, der die Firma mit leitet. Das sei in den Ballungsgebieten anders. „Wir haben auch mit Fachkräften kein Problem“, verdeutlichte Ruhnau.

Das hörten Steinmeier und Schwesig mit großem Interesse, denn die Region Vorpommern gehört seit den 1990er-Jahren mangels Arbeitsplätzen zu den am meisten von Abwanderung geplagten Gebieten in Deutschland. „Für mich ist die Unterstützung der Wirtschaft sehr wichtig“, sagte Schwesig und verwies auf ihre Regierungserklärung. Der Nordosten solle ein Land zum Arbeiten und zum Leben sein, und dies 365 Tage im Jahr.

Man wisse, dass der Osten bei Industrie eher strukturschwach sei, sagte Steinmeier, und es sei schwierig, neue Firmen anzusiedeln. Der Firmengründer erklärte dazu: „Die Leute hier haben einen großen Vorteil, sie sind enorm heimatliebend.“. So finanziere der Betrieb für zwei junge Leute das duale Studium und bilde Lehrlinge unterschiedlicher Richtungen selbst aus.

Bei der Belegschaft kam der Bundespräsident sehr gut an, viele machten Erinnerungsbilder mit Steinmeier und Schwesig. „Es war eine gute Atmosphäre, etwas mehr Zeit wäre schön gewesen“, resümierte der Seniorchef.

 

 

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