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Serie “Sommertour“ : Fliegende Edelsteine im Labyrinth

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Kanu, im Heißluftballon oder in der Kutsche – Ralf Ottmann führt Naturliebhaber durch die Lewitz

Am Dienstag stehen die Libellen im Kalender, zwei Tage später Eisvogel und Rotbauch-Unke. Oft schon früh am Morgen macht sich Ralf Ottmann auf, um Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Die Natur steht für den 46-Jährigen an jedem einzelnen Tag im Plan – er ist der Lewitz-Ranger. Seit seiner Kindheit in Ludwigslust ist er mit dem Natur-Virus infiziert. Er absolvierte eine Tischlerlehre, arbeitete jedoch nach der Wende unter anderem als Umweltpädagoge. Seit 2011 ist er selbständiger Fotograf und eben Naturführer.

Für Radwanderer, Vogelkundler, Fotografen und andere Naturfreunde organisiert und begleitet er spezielle Erlebnistouren. Zu Fuß, auf dem Fahrrad oder im Kanu zeigt er ihnen die einmalige Landschaft. Manchmal sind sie auch im Heißluftballon, in der Kutsche oder im Reisebus unterwegs. „Natürlich habe ich keinen Ballon und auch keinen Bus im Schuppen“, sagt Ottmann. „Bei diesen Angeboten arbeite ich mit regionalen Partnern zusammen. Für Reiseveranstalter gibt es spezielle Programme.“ Manchmal melden sich auch einzelne Touristen an, die der Ranger dann exklusiv durch die alte Kulturlandschaft führt.

„Hier gibt es keinen Massentourismus. Wer zu uns kommt, sucht Entspannung und Naturerlebnisse“, sagt Ottmann. Paddler können auf der Müritz-Elde-Wasserstraße die Lewitz durchqueren – über den Störkanal gelangen sie sogar bis auf den Schweriner See. Viele kommen von weit her, um diese einmalige Landschaft zu sehen. Hier liegen die größten zusammenhängenden Fischteiche Europas, die wie ein blaues Mosaik zwischen den Wiesen glitzern. Es gibt über 600 Kilometer offene Wasserläufe und nur kleine Straßen, deren Breite sich alle paar Meter ändert – je nachdem, wie dicht die Bäume an ihrem Rand stehen. Die grüne Landschaft dehnt sich bis zum Horizont und lässt den Blick Ruhe finden. Einheimische und Touristen dürfen nur auf öffentlichen Wegen allein unterwegs sein. Wo das Naturschutzgebiet ausgeschildert ist, darf die Lewitz nur mit Ausnahmegenehmigung durchquert werden.

„Aber wir wissen: Man kann nur schützen, was man liebt und wertschätzt“, sagt Ottmann. „Deshalb wollen wir den Menschen zeigen, welche Schönheiten es hier vor unserer Haustür gibt. Hier findet man Libellen, die wie fliegende Edelsteine glitzern, im Labyrinth der Wasserläufe leben seltene Vogelarten, die es woanders gar nicht mehr gibt, etwa Eisvogel, Beutelmeise, Silberreiher oder Adler. Im Herbst ziehen bis zu 60 000 nordische Gänse durch.“

Bei seinen Touren durch das Europäische Vogelschutzgebiet hält Ottmann die Belastung für die Umwelt so gering wie möglich. Am liebsten wäre es ihm, wenn die Lewitz eines Tages Naturpark würde.


www.lewitz-rangertour.de

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