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56 Lehrer kommen : Flickschusterrei am Berufsschul-Stundenplan

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Der Finanzausschuss des Landtags hat gestern 56 zusätzliche Stellen für die unter Lehrermangel leidenden Berufsschulen in MV bewilligt. Damit könnten die Unterrichtsstunden bedarfsgerecht aufgestockt werden.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 07:48 Uhr

Schwerin | An den beruflichen Schulen im Land herrscht Personalnot. Darum hat der Finanzausschuss des Landtags gestern 56 zusätzliche Stellen bewilligt. Das entspricht einer Summe von 1,7 Millionen Euro, wie der finanzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tilo Gundlack, sagte. Mehr Lehrerinnen und Lehrer kommen dadurch aber nicht in die Schulen. Lediglich an der Lehrerstundenzahl wird nachgebessert, wie sich Gundlacks Worten entnehmen lässt. Die Unterrichtsstunden könnten bedarfsgerecht aufgestockt werden, erklärte er. Mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2011 seien etwa 1300 Auszubildende mehr an die Beruflichen Schulen gekommen als geplant. Dadurch würden mehr Lehrkräfte gebraucht.

Dennoch verordnet das Lehrerpersonalkonzept vielen Berufsschullehrern bereits im zweiten Jahr Teilzeitarbeit, wie die Gewerkschaften bemängeln. Annett Lindner, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), nennt Folgen: übergroße Klassen mit Berufsschülern unterschiedlicher Fachrichtungen und umfängliche Guthaben auf den Arbeitszeitkonten der Lehrkräfte. Die hatten Ende Juli 2011 landesweit 31 741 Überstunden angehäuft .

Die GEW will seit Monaten klären, ob und wie das Lehrerpersonalkonzept an Berufsschulen 2012 fortgeführt wird. Ende Oktober wurde ein Fragenkatalog ans Bildungsministerium gesandt, der bis heute auf Antworten wartet, so Annett Lindner. Im Schulamt Schwerin weigert sich der Personalrat derzeit, die Teilzeit-Vereinbarungen 2012 fortzusetzen. Die auf gestern terminierte Ausgabe der neuen Verträge für 2012 wurde abgesagt.

Mit ihren Kollegen von den anderen Lehrergewerkschaften hat Annett Lindner beantragt, das Thema in großer Runde zu verhandeln. Terminvorschlag des Ministeriums: 17. Januar. Gestern gab es aus der Behörde keine Auskünfte zum Thema Berufsschulen.

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