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Kein Geld für den Straßenbau im Kreis Parchim : "Flickschuster" auf Sommer-Tour

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Regelmäßig werden in den meist warmen Monaten die Straßen auf Vordermann gebracht. Derzeit auch im Landkreis Parchim. Sanierung ist nicht das Wort, das Sabine Wellnitz dafür wählt.

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erstellt am 10.Jul.2011 | 08:09 Uhr

Domsühl | Regelmäßig werden in den meist warmen, nicht immer trockenen Monaten die Straßen auf Vordermann gebracht. Derzeit auch im Landkreis Parchim. Sanierung ist nicht das Wort, das Sabine Wellnitz dafür wählt. Parchims Kreisstraßenmeisterin, die zuständig ist für die Meistereien in Lübz, Dargelütz und Crivitz, täte dies zwar zu gern. „Nein, wie eigentlich jedes Jahr schicken wir nach Ausschreibung einen Reparaturzug durch alle drei Bereiche.“ Zuvor wurden die Schäden – in aller Regel ausgedehnte Risse, Löcher und Brüche – aufgenommen. Und dann erfolgt der sogenannte Kalteinbau einer Bitumen-Emulison. „130000 Tonnen waren es in diesem Jahr“, sagt Sabine Wellnitz. Die haben gereicht für acht Straßenabschnitte rund um Parchim, zwei im Bereich Lübz und weitere vier im Crivitzer Meisterei-Revier.

Erleichterung dieser Tage in Domsühl: Keine fünf Wochen ist es her, dass Bürgermeister Heinz Ullmann den Zustand der K 19 - insbesondere im Bereich zwischen Kreuzung B 321 und Grebbin - öffentlich bemängelt hatte. Zwischenzeitlich sind diese Straßenkilometer repariert. Der von der Kreis straßenmeisterei beauftragte Reparaturzug war vor Ort und hat ganze Arbeit geleistet. Wohl nicht wegen Ullmanns Kritik. Vielmehr war die K 19 eine von 14 Straße (bzw. Straßenabschnitten), die die Kreisstraßenmeisterei nach Schadensaufnahme in diesem Sommer turnusmäßig zum "Flicken" vorgesehen hatte.

Insofern ist Heinz Ullmann für den Moment zwar froh, weil fürs erste die unzähligen Löcher, Risse und abgebrochen Kanten in der Straße verschwunden sind. Glücklich ist er nicht. Nur zu gut weiß Domsühls Bürgermeister, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis die Straße wieder kaputt gefahren sein wird - vor allem von den unzähligen Schwerlastern, die die Kreisstraße 19 nehmen, wenn sie Betonbruch von den Abrissbaustellen auf dem Schweriner Dreesch geladen haben. "Beinahe alle Jahre wird hier geflickt", sagt Ullmann, der nur mäßig Verständnis für die scheinbare Geduld des Landkreises aufbringt.

Ginge es nach Domsühls Bürgermeister, würde die Straße für Transporter ab einer gewissen Tonnage gesperrt werden. Aber nach ihm geht es nicht, sondern nach geltendem Recht. Und das, erklärt Andreas Steuck, Sachbearbeiter beim Straßenverkehrsamt der Parchimer Kreisverwaltung, legt interpretationsfrei fest, dass sowohl Bundes-, Landes- als auch Kreisstraßen dazu da sind, die anfallenden Verkehre und somit auch die Schwerlastverkehre vom Dreesch aufnehmen. "Das sind Zielverkehre", sagt Steuck, "die kriegen wir nicht weg." Eine Chance bestehe, weiß der Sachbearbeiter. Derzeit aber rein theoretisch. Würde die Straße zwischen Kreuzung B 321 und Grebbin nicht mehr nur geflickt, sonder n von Grund auf saniert und entstünden durch die Transporterbelastungen weiterhin massive Schäden an der Fahrbahn, wäre eine Tonnen-Begrenzung denkbar. Nur wird dieser Fall vorläufig wohl nicht eintreten. Seit Jahren bestreitet die Kreis straßenmeisterei ihren Bereich aus einem Budget, das klammer nicht sein könnte. "Für die Grundinstandsetzung der Kreisstraßen reichen unsere Mittel nicht", sagt Kreisstraßenmeisterin Sabine Wellnitz. Haben Straßen, wie die K 19 also kaum eine Chance, es sei denn, Land, Bund oder EU machen die Fördertöpfe wieder voll.


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