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Flickenteppich beim Abitur: MV-Schüler haben es schwer

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erstellt am 24.Feb.2013 | 07:59 Uhr

Schwerin | Ungleichbehandlung beim höchsten Schulabschluss: Leistungen, die in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu einer Abiturnote von 1,7 führen, reichen in Sachsen-Anhalt nicht, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Der ehemalige Oberstufenlehrer Günter Germann aus Halle hat ausgelotet, wie tief die Gräben zwischen den Bundesländern sind. Der Übergang vom 13- zum 12-jährigen Abi tur hat die Probleme verschärft, vor allem in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, schätzt er ein. Nirgendwo sonst stehen so viele Fächer (sechs) auf erhöhtem Anforderungsniveau im Lehrplan, nirgendwo sonst wiederholen mehr Abi turienten ein Schuljahr, nirgendwo sonst haben sich die Matheleistungen im Schnitt um eine Note verschlechtert. "Gibt es kausale Zusammenhänge zwischen extremer Belastung, Wiederholerquote und Leistungsabfall", fragt Germann. Antwort aus dem Schweriner Bildungsministerium: "Rückschlüsse auf einen Zusammenhang zwischen Wiederholerzahlen und Abiturergebnissen können nicht gezogen werden." Und: Die Matheleistungen seien differenziert zu betrachten, unter anderem sei "eine Abwahl als Abiturprüfungsfach wie während des 13-jährigen Abiturs nunmehr ausgeschlossen".

Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz soll es ab 2017 bundesweit vergleichbare Abiturprüfungen geben. Eine Gruppe von sechs Ländern geht voran: Sachsen, Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen schon in diesem Jahr Aufgaben(teile) aus einem gemeinsamen Pool entnehmen. Auch dabei haben Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern nicht die besten Karten. Im Vergleich zu Sachsen etwa stehen ihnen in Klasse 11 und 12 summa summarum 80 Mathe-Stunden weniger zur Verfügung. Zudem wird das Fach ausschließlich auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet, in Hamburg hingegen ist auch grundlegendes Niveau möglich.

Lehrer und Bildungspolitiker sehen die Abipläne mit Sorge. Die bündnisgrüne Fraktion bereitet für die Landtagssitzung im April einen Antrag vor, um die zweijährige Qualifizierungsphase in Klasse 11 und 12 langfristig um ein Jahr verlängern zu können. "Wir wollen, dass Schulen ab dem Schuljahr 2014/15 diese Möglichkeit anbieten", sagt die bildungspolitische Sprecherin, Ulrike Berger.

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