zur Navigation springen

Verseuchtes Fleisch eventuell im Handel : Fleischpreise wegen Dioxin im Sinkflug

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2011 | 12:13 Uhr

Schwerin/Berlin | Im Dioxin-Skandal hat der Landesbauernverband eine "höhere Frequenz unangekündigter Kontrollen und schärfere Strafen" gefordert. Das sagte gestern Hauptgeschäftsführer Martin Piehl vor Journalisten in Schwerin. Verbandspräsident Rainer Tietböhl kündigte an, bei einem heutigen Gespräch mit den rund ein Dutzend Futtermittelherstellern im Land, auch über möglichen Schadenersatz für von Schließungen betroffene Höfe sprechen zu wollen. "Was mich besonders ärgert - der wirtschaftliche Schaden spielt im Moment überhaupt keine Rolle", sagte Tietböhl. Eine genaue Summe für MV konnte der Verbandspräsident allerdings nicht nennen. Als Beispiel nannte er aber, dass mittlerweile der Kilopreis für Schweinefleisch von 1,48 Euro auf 1,33 gefallen sei.

Die Futtermittelhersteller wolle man heute zudem auffordern, Klartext zu reden, sagte Tietböhl: "Die sollen klar sagen, was rechts und was links ist." Er selber habe gestern noch versucht, über einen vom Verband erarbeiteten Vordruck die Zusicherung von Zulieferern zu erhalten, dass bestelltes Futter "dioxinfrei" sei: "Ich habe keine einzige Unterschrift bekommen."

Die Futterfettfirma aus Uetersen in Schleswig-Holstein hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei beim Amtsgericht Pinneberg gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Itzehoe. Das Unternehmen Harles und Jentzsch steht im Verdacht, mit Dioxin belastete Industriefette als Futterfette in Verkehr gebracht zu haben und den Dioxin-Skandal ausgelöst zu haben.

Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin teilte gestern Abend dann mit, dass die Ergebnisse von zwei amtlichen Proben und drei Eigenkontrolluntersuchungen Dioxinwerte aufwiesen, die deutlich unter dem erlaubten Höchstwert liegen. Weitere Untersuchungsergebnisse würden erwartet. Derzeit seien in M-V noch sechs Betriebe gesperrt. Unterdessen ist das Fleisch von rund 150 mit dioxinverseuchtem Futter gemästeten Schweinen möglicherweise in den Handel gekommen. Das Land Niedersachsen musste sich gestern korrigieren, nachdem das Agrarministerium in Hannover noch am Dienstag Entwarnung gegeben hatte.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die Landesregierung in Hannover auf, das verdächtige Fleisch unverzüglich ausfindig zu machen und aus dem Handel zu nehmen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen