Peene : Fischsterben durch Ethanol

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Zuckerfabrik räumt Verunreinigung der Peene ein. Flüssigkeit gelangte vermutlich in Regenwasserleitung

svz.de von
01. September 2015, 20:30 Uhr

Der Verursacher des Fisch-Massensterbens in der Peene ist möglicherweise gefunden. Die Anklamer Zuckerfabrik teilte gestern mit, es sei in mehreren Schächten einer Regenwasserleitung des Bioethanol-Lagers dieselbe Flüssigkeit festgestellt worden, die zuvor bereits in einem Kanalisationsrohr aufgefallen war. Die stark nach Ethanol riechende Flüssigkeit war über die Kanalisation in ein mit der Peene verbundenes Grabensystem geflossen. In der Peene waren Tausende tote und sterbende Fische gefunden worden. Die Anklamer Bioethanol GmbH ist ein Tochterunternehmen der Zuckerfabrik. Die Produktion im Bioethanolwerk wurde inzwischen gestoppt.

Trotz einer noch am Montagabend verfügten Absperrung floss gestern weiter eine brennbare und nach Ethanol riechende Flüssigkeit aus dem Rohr, wie Anwohner berichteten. Die Feuerwehr sperrte die Stelle weiträumig wegen Explosionsgefahr ab.

Wie die Flüssigkeit aus dem geschlossenen Leitungssystem des Bioethanol-Lagers entweichen konnte und wie diese in die Regenentwässerung gelangte, werde derzeit geprüft, teilte Geschäftsführer Matthias Sauer weiter mit. Das Bioethanol-Lager liegt auf der anderen Straßenseite der Zuckerfabrik. Die Abwasseranlage der eigentlichen Zuckerfabrik kann Unternehmensangaben zufolge mit „hoher Sicherheit“ als Verursacher ausgeschlossen werden. In Anklam soll am 16. September die Zuckerverarbeitung starten.   Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ermittelt wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung – bislang gegen Unbekannt. Zunächst müssten die Wasserproben analysiert und geprüft werden, ob die Einleitung der Flüssigkeit ursächlich für das Massensterben sei.  „Das wird eine Zeit dauern“, sagte Zeisler.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat eine lückenlose Aufklärung gefordert. „Es muss jetzt bis ins letzte Detail alles untersucht werden, damit so etwas nicht wieder passieren kann“, sagte Backhaus gestern. Für die Flora und Fauna im Naturpark Flusslandschaft Peenetal sei dies eine „dramatische Situation“.

Die Peene – auch als „Amazonas des Nordens“ bekannt – gilt als einer der letzten unverbauten Flüsse Deutschlands. Nach Angaben der Naturparkverwaltung ist er einer der fischartenreichsten Flüsse Deutschlands.

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