Tiere sind ertrunken : Fischer wehren sich gegen Verdacht der Robbentötung

Ein Experte des Deutschen Meeresmuseums untersuchen im Dezember 2017 in Stralsund eine Kegelrobbe. Insgesamt sind 20 Tiere im Greifswalder Bodden tot aufgefunden eorden.

Ein Experte des Deutschen Meeresmuseums untersuchen im Dezember 2017 in Stralsund eine Kegelrobbe. Insgesamt sind 20 Tiere im Greifswalder Bodden tot aufgefunden eorden.

Die zunehmende Zahl der Robben an der deutschen Ostseeküste sorgt für Zündstoff bei den Fischern. Sie sprechen sich für einen Managementplan aus, der auch eine Obergrenze beinhalten sollte.

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17. Januar 2018, 15:27 Uhr

Nach Ermittlungen wegen des mysteriösen Todes von mehr als 20 Kegelrobben im Greifswalder Bodden haben die Fischer den Verdacht einer absichtlichen Tötung zurückgewiesen und die Forderung nach einem Managementplan erneuert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fischer mutwillig Robben in Reusen locken, um sie zu töten“, sagte der Vize-Chef des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Michael Schütt, am Mittwoch. Dass eine Robbe versehentlich in einer Reuse lande, könne passieren. Allerdings sei damit nicht die hohe Zahl der gefundenen Kadaver zu erklären.

Schütt sprach sich für einen Managementplan aus, der den Umgang mit der zunehmenden Robbenpopulation im Greifswalder Bodden regelt. Man müsse in diesem Zusammenhang auch über eine Obergrenze reden. „Die Robben haben hier keine natürlichen Feinde“, sagte Schütt. Die Fischer klagen seit mehreren Jahren über sinkende Fänge, zerrissene Netze und angefressene Fische. Wünschenswert wäre, dass die Auswirkungen des zunehmenden Robbenbestandes auf andere Tierarten wissenschaftlich untersucht würden.  Der Umweltverband WWF hat bereits ein Eckpunkte-Papier für einen solchen Managementplan erarbeitet, wie der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, sagte. Zunächst sei eine verlässliche Datengrundlage zur Bestandssituation, den Auswirkungen auf den Lebensraum und den mutmaßlichen Schäden erforderlich. Eine Obergrenze sei für ihn nicht vorstellbar, sagte Lamp. Ziel sei zunächst eine gesunde und stabile Robbenpopulation.   Zwischen September und Dezember 2017 waren 23 tote Kegelrobben an der Nordküste des Greifswalder Boddens entdeckt worden- etwa ein Viertel des auf 100 Tiere geschätzten Robbenbestandes an der vorpommerschen Ostseeküste. Experten des Deutschen Meeresmuseums hatten die äußerlich unversehrten Tiere untersucht und konnten ausschließen, dass die Tiere an Viren, Bakterien oder Giften starben. Sie gehen davon aus, dass die Meeressäuger an akutem Herz- und Kreislaufstillstand durch Ertrinken starben. Ein solcher Tod sei in nach oben geschlossenen Reusen möglich. Das Meeresmuseum erstattete Anzeige wegen der Tötung einer besonders geschützten Art.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Bundesnaturschutzgesetz, wie Behördensprecher Martin Cloppenburg sagte. Man gehe Hinweisen nach, dass die Tiere eines nichtnatürlichen Todes starben. Nach Angaben von Cloppenburg gibt es „Tatverdächtige im Sinne eines Anfangsverdachtes“.

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