Wieder Drama vor Warnemünde : Fischer stirbt bei Schiffsunglück

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Zweiter Todesfall innerhalb weniger Tage vor Warnemünde / Suche nach vermissten Anglern vor Kühlungsborn läuft

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07. September 2015, 21:00 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden ist gestern Morgen ein Mann vor Warnemünde ums Leben gekommen. Der 66 Jahre alte Fischer war gemeinsam mit einem 77 Jahre alten Begleiter auf die Ostsee gefahren, um dort ausgelegte Reusen zu leeren. Was dann folgte, beobachtete zufällig ein Schiffsspotter, der im Yachthafen Hohe Düne Position bezogen hatte. Als er gegen 7 Uhr das Unglücksboot entdeckte, lief es bereits von achtern voll und stand mit dem Bug aus dem Wasser. Einer der Männer habe noch versucht, den Kahn auszuschöpfen – erfolglos.

Innerhalb von Minuten kenterte das Boot und versank am Ende vollständig in der See. Die beiden Besatzungsmitglieder hatten keine andere Wahl, als ins Wasser zu springen und schwimmend das Ufer zu erreichen. Dabei wurden sie von der Strömung unterstützt, Rettungswesten hatten beide aber nicht angelegt. Zu dem Zeitpunkt hatte der Schiffsspotter längst Alarm geschlagen. Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot auf der Ostmole an, unter anderem waren der Seenotrettungskreuzer „Arkona“, ein Rettungshubschrauber sowie mehrere Krankenwagen im Einsatz.

Es gelang ihnen schließlich, die Schiffbrüchigen aus dem etwa 16 Grad Celsius kalten Wasser zu ziehen. Für den 66-Jährigen jedoch kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt versuchte zwar, ihn auf einer Bahre zu reanimieren, hatte damit aber keinen Erfolg. Der 77-jährige Begleiter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Was das Unglück ausgelöst hat, ist bisher noch unklar. Auch deswegen soll das gesunkene Boot gehoben werden, so Hartmut Richter, Sprecher der Wasserschutzpolizei: „Zum einen könnte es an Bord Hinweise zum Unfallhergang geben, zum anderen stellt das Boot ein Hindernis für den Schiffsverkehr dar“, sagt der Kriminalhauptkommissar.

Bereits am Sonnabend war ein mit drei Anglern besetztes Sportboot im Seekanal vor Warnemünde gekentert. Ein Mann war dabei unter dem Schwimmkörper eingeklemmt worden und später seinen schweren Verletzungen erlegen. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei noch. „Es könnte sich um fahrlässige Tötung handeln“, so Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Im Kriminalkommissariat liege eine entsprechende Strafanzeige vor.

Unterdessen suchten die Retter gestern noch immer nach zwei vermissten Anglern. Ein Hafenmeister hatte am Sonnabend beobachtet, wie die 54 und 58 Jahre alten Männer aus Berlin trotz stürmischen Wetters mit bis zu Windstärke acht mit ihrem kleinen Motorboot von Kühlungsborn aus in Richtung Nordosten abgelegt hatten. Eigentlich sollten sie Sonntagmittag wieder festmachen. Sie kamen nicht zurück. Daraufhin schaltete die besorgte Ehefrau eines der Männer die Polizei ein, die sofort umfangreiche Suchmaßnahmen veranlasste. Doch auch der Einsatz von zwei Seenotkreuzern und einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera gestern im Seegebiet zwischen Kühlungsborn und Darßer Ort brachte keinen Durchbruch. Der schwere Sturm am Sonnabend hatte sogar im Rostocker Stadthafen an mehreren Sportbooten Sachschäden verursacht.

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