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Verband der Binnenfischer in MV : Fischer holen 680 Tonnen an Land

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Die wirtschaftliche Situation der Binnenfischer hat sich nach erheblichen Einbußen 2010 im vergangenen Jahr wieder stabilisiert. Allerdings haben viele der Binnenfischfangunternehmen im Land Befürchtungen.

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erstellt am 06.Mär.2012 | 09:55 Uhr

Güstrow | Die wirtschaftliche Situation der Binnenfischer hat sich nach erheblichen Einbußen 2010 im vergangenen Jahr wieder stabilisiert. Grund dafür seien deutlich höhere Fangergebnisse und bessere Erlöse durch zunehmende Direktvermarktung gewesen, hieß es gestern auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Güstrow. Allerdings befürchten viele der nur noch knapp 50 Binnenfischfangunternehmen im Land, dass sie wieder weniger Fisch in den Netzen haben. Grund dafür seien neue EU-Vorschriften, die 2014 in Kraft treten werden.

Verbandspräsident Ulrich Paetsch, Vorstandsmitglied von Deutschlands größter Binnenfischerei in Waren/Müritz, nannte in diesem Zusammenhang neue Artenschutzregelungen und Änderungen bei den Fangmethoden. So werde von der EU-Kommission angestrebt, den Fischfang in ausgewiesenen Schutzgebieten künftig grundsätzlich zu verbieten. Unterstützung haben die protestierenden Fischer durch Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es gebe weder bei den Tier- noch den Pflanzenpopulationen in Schutzgebieten Probleme, so dass an der bisherigen Praxis festgehalten werden sollte, erklärte der Minister in Güstrow.

Im vergangenen Jahr wurden durch die Binnenfischer des Landes etwa 506 Tonnen Fisch angelandet. Die Erlöse beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 680 Tonnen Fisch aus Aquakultur und Teichwirtschaft mit einem Erlös von etwa 2,3 Millionen Euro.

Der EU-Abgeordnete und Fischereiexperte Werner Kuhn appellierte an die Binnenfischer, ihre Betriebe künftig nicht mehr ausschließlich auf den Fischfang auszurichten. Während Urlaub auf dem Bauernhof inzwischen zu einem Markenzeichen geworden sei, seien vergleichbare Angebote auf dem Fischereihof bislang die Ausnahme, bedauert er. Hier, wie auch beim Angelangebot für Urlauber und bei der Direktvermarktung, bestünden erhebliche Reserven, die Betriebe auf mehrere Standbeine zu stellen, so Kuhn.

Die größten Chancen, langfristig die Existenz der Binnenfischer im Land zu sichern, bestehen offenbar im Ausbau der Aquakultur, hieß es auf dem Fischereitag. Nach aktuellen Untersuchungen werden erst 1,7 Prozent des deutschen Fischaufkommens aus Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommern erzeugt, wie Backhaus sagte. Ein Ausweg wäre, wenn sich künftig mehr Landwirte zugleich als Fischwirte betätigten. Es gebe einige Forschungsprojekte zum Beispiel zur Aquakultur mit Forelle, Zander und Schnäpel, die in wirtschaftliche Kreislaufsysteme umgesetzt werden könnten. Allerdings fehle es an Investoren, sagte Backhaus.


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