zur Navigation springen

Konflikt mit Umweltschutz : Fischer fürchten Aus für ihren Beruf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Konflikte mit dem Natur- und Umweltschutz machen einer ganzen Branche zu Schaffen.

Die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern sehen ihren Berufszweig im Niedergang – das sagt zumindest ihr Verbandspräsident Norbert Kahlfuß. Neben wirtschaftlichen Problemen und fehlendem Nachwuchs seien Konflikte mit dem Natur- und Umweltschutz dafür verantwortlich. Die Kutter- und Küstenfischer befürchten laut Kahlfuß weitere Fangeinschränkungen in Meeresschutzgebieten der Ostsee. „Die Lobby gegen die Fischerei ist ziemlich stark“, so der Präsident. Er setze daher auf die Zusage von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD), dass es keine Einschränkungen gebe, so lange keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die das erfordern. Allerdings werde die Fischereipolitik hauptsächlich in Brüssel gemacht, gibt Kahlfuß zu bedenken. Dabei wären aus Sicht der Fischer wirtschaftliche Nutzung und Natur- und Umweltschutz häufig vereinbar.

Zu den Schutzgebieten in der Ostsee zählen die viel befahrene Kadetrinne, die für die Fischerei keine große Rolle spiele, sowie Oderbank und Adlergrund. Dies seien wichtige Gebiete für die Stellnetzfischerei auf Dorsche, Plattfische und auch Heringe. Auf der Oderbank sei die Schleppnetzfischerei, die den Meeresboden beeinträchtigt, schon in der DDR verboten gewesen. Nun müssten die Fischer wegen der Seevögel auch um die Stellnetzfischerei fürchten. Kahlfuß moniert, dass in Skandinavien mit dem Recht der Jedermannsjagd 100 000 bis 150 000 Enten pro Jahr geschossen würden.

Das sei kein Vergleich mit der Anzahl der Vögel, die in Fischernetze gingen. Ähnlich sei es im Adlergrund, wo Seevögel und Schweinswale mittlerweile ebenfalls mit der Fischerei lebten. In der Ostsee gebe es für Fischer wenig Möglichkeiten, in andere Fanggebiete auszuweichen, verdeutlicht Kahlfuß. Konfliktstoff bieten auch nach wie vor die Kormorankolonien mit Tausenden Vögeln an der Küste. Fast die Hälfte des deutschen Kormoranbestandes lebe in MV. Bei 15 000 Brutpaaren schätzt Kahlfuß die Population im Land mit Jungvögeln auf 70 000 Tiere, von denen jedes bis zu 500 Gramm Fisch am Tag fresse. In den Boddengewässern sei der Bestand an Zandern durch die Kormorane gefährdet, betont der Verbandspräsident, der in seiner Position rund 50 000 Angler und Berufsfischer vertritt.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Apr.2017 | 19:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen