Tourismusbörse : Fischbrötchen und e-Trabi

Der Stand von Mecklenburg-Vorpommern ist in warmen Orangetönen gehalten.
Der Stand von Mecklenburg-Vorpommern ist in warmen Orangetönen gehalten.

Wie sich Mecklenburg-Vorpommern auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin präsentiert

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06. März 2015, 21:00 Uhr

Wer das Berliner Messegelände durch den Eingang Süd betritt, kann ihn kaum übersehen: Auf einem großen Podest steht der Inbegriff des Ostdeutschen, ein Trabant. Allerdings einer mit Elektroantrieb. Der e-Trabi wirbt auf der Berliner „Internationalen Tourismusbörse“ (ITB) für Mecklenburg-Vorpommern: 25 Jahre nach dem Fall der Mauer können Besucher auf der Insel Rügen künftig eine Rundtour durch die DDR-Geschichte machen, stilgerecht im Trabant 601.

Drinnen, in der Messehalle 6.2, gibt sich das Land auf den ersten Blick merkwürdig verschlossen. Der ganz in Orange gehaltene Messestand ist nur durch schmale Sichtfenster einsehbar. An den Seitenwänden finden sich Katalogständer, einige Anbieter verteilen an kleinen Infotresen Werbematerial. Durch einen schmalen Einlass gelangt man in das Café für Gespräche mit Fachbesuchern und der Presse. Es nimmt die größte Fläche des Standes ein. Direkt gegenüber in der Halle setzt die Bremer Tourismuszentale auf ein ganz anderes Konzept: Eine von allen Seiten einsehbare Kaffeebar vermittelt ein Gefühl von Offenheit und Weite. Und wieder andere Aussteller, etwa die Türkei, setzen ganz auf eine Materialschlacht: Literweise wird der Schwarztee ausgeschenkt, dazu gibt es Sesamkringel.

„In der ersten Hälfte der Messe setzen wir auf Fachbesucher“, erklärt der Geschäftsführer der Tourismuszentrale MV, Bernd Fischer, das Konzept hinter dem Stand aus dem Nordosten. Und damit sei man durchaus erfolgreich gewesen: Eine neue Flugverbindung von Rostock-Laage ins österreichische Linz steht auf der Haben-Seite, dazu zahlreiche Geschäftsabschlüsse mit Reiseanbietern aus ganz Europa.

Araber erkundigten sich nach Medizintourismus in den Schlössern und Gutshäusern des Landes, Tourismusexperten aus Georgien wollen ihre Nachwuchskräfte künftig als Hospitanten nach MV schicken. „Es war mit die beste Messe der letzten 25 Jahre“, sagt Bernd Fischer.

Zum Wochenende aber wird der Messestand noch einmal umgebaut. „Wir nehmen dann Zwischenwände heraus, es entsteht eine große freie Fläche, mit einer Landkarte von Mecklenburg-Vorpommern als Bodenbelag“, sagt Fischer. An den Publikumstagen sollen die Berliner und Brandenburger die Messe im besten Sinn erlaufen können, ihre Urlaubsorte und Ausflugsziele wiederfinden.

„Mecklenburg-Vorpommern ist seit Jahren in derselben Halle“, sagt Petra Kies von den Usedomer Seetel-Hotels. „Das hat mittlerweile einen hohen Wiedererkennungswert.“ Auch wenn die Hafenromantik, mit der sich MV etwa auf der „Grünen Woche“ präsentiert, auf der Tourismusbörse nicht zu finden ist. „Unser Stand hat Strahlkraft und vermittelt eine warme Wohlfühlatmosphäre“, sagt Fischer. „Aber wer unbedingt ein Fischbrötchen will, kann es dann an unserem Kaffeetresen auch bekommen.“

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